"Wir eröffnen im zweiten Halbjahr 2017"

BER-Chef Karsten Mühlenfeld beim Business Breakfast

BER-Chef Karsten Mühlenfeld beim Business Breakfast des VBKI
Foto: Businessfotografie Inga Haar

Trotz Verzögerungen will BER-Chef Karsten Mühlenfeld im Zeitplan bleiben. Ob der neue Hauptstadtflughafen wirklich wie geplant im Herbst 2017 eröffnen kann, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

"Mehr Sachlichkeit!"

Karsten Mühlenfeld, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, wünscht sich weniger Aufgeregtheit, wenn es um das Thema BER geht. Mühlenfeld, der im März dieses Jahres die Nachfolge des streitbaren Hauptstadtflughafen-Chefs Hartmut Mehdorn angetreten hat, räumte beim Business Breakfast des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) zwar ein, dass der Bau des BER hinter den selbst gesetzten Meilensteinen zurück liege, glaubt aber an eine planmäßige Eröffnung: "Ich gehe fest davon aus, dass wir eine gute Chance haben, im Herbst 2017 zu eröffnen", sagte Mühlenfeld - ganz sachlich.

"Mit Ihrem Vortrag haben Sie einen Beitrag zur Versachlichlichung geleistet", sagte VBKI-Präsident Markus Voigt, der Mühlenfeld am Mittwochmorgen im Ludwig-Erhard-Haus begrüßte. Zuvor hatte Mühlenfeld vor mehr als 120 Mitgliedern und Gästen des VBKI einen aktuellen Überblick zum Stand der Dinge am BER gegeben sich sich unter anderem zum Thema Passagierwachstum an den Flughäfen Tegel und Schönefeld sowie der Anbindung des BER geäußert. Von der Baustelle brachte Mühlenfeld gute Nachrichten mit. Die fünf Bühnen am Dach, die wegen zu schwerer Entrauchungsventilatoren zum Baustopp im BER-Terminal geführt haben, seien wieder in Betrieb. "Wir haben das Problem vollständig abgearbeitet", so Mühlenfeld. Trotzdem beherrsche die Nachricht, dass Firmen in den vergangenen Jahren Mitarbeiter zu Unrecht als Brandschutz-Fachleute ausgegeben haben, die Medien. "Das kommt auf jeder Baustelle vor", sagte Mühlenfeld.

Das Passagierwachstum erklärte der Manager mit einer einfachen Formel: "Berlin ist in. Jeder möchte nach Berlin." Deshalb steigen die Passagierzahlen. Auch in Schönefeld. "Ich erinnere mich noch an Zeiten, da hatte Schönefeld zwei Millionen Passagiere", so Mühlenfeld. Dieses Jahr seien es neun bis zehn Millionen und nächstes Jahr mehr als zehn Millionen. Bis 2035 könnten in Berlin 50 Millionen Passagieren abgefertigt werden, weshalb 2023 der BER erweitert werden soll. Bis dahin soll der alte Terminal Schönefeld mindestens in Betrieb bleiben und für bis zu elf Millionen Fluggäste pro Jahr ausgebaut werden.

Die Diskussion mit der Berliner Wirtschaft war, und das dürfte Karsten Mühlenfeld gefreut haben, vor allem eins: sachlich.

Bilder vom Business Breakfast finden Sie hier.