USA als wankende Supermacht?

Wie die Corona Krise den US-Wahlkampf prägt

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Foto: VBKI

Hierzu gewährte USA-Korrespondentin des Tagesspiegel Juliane Schäuble Einblick im Gespräch mit Christoph von Marshall, Vorsitzender des VBKI-Ausschusses für Internationale Politik und Wirtschaft.

Die Kandidaten für die richtungsweisende 59. Präsidentschaftswahl im November diesen Jahres stehen fest. Dann entscheidet sich, ob Donald Trump seine Amtszeit weitere vier Jahre fortführen kann oder ob sich die US-Amerikaner für Joe Biden aussprechen und die Demokraten zurück ins Weiße Haus ziehen.
 
Für Juliane Schäuble ist zur Zeit der Corona Pandemie in Washington ein wesentlicher Unterschied im Vergleich zu Deutschland spürbar: Die USA befinden sich in der Entwicklung der Krise weit hinter der Bundesrepublik und aufgrund der starken Ungleichheitsverteilung, spaltet die Krise die vereinigten Staaten. Jeder zehnte ist arbeitslos und das fragile Gesundheitssystem ist nicht ausreichend vorbereitet. Selbst in größeren ländlichen und nicht zu sehr gedrängten Gebieten, welche sich traditionell zu den Republikanern bekennen, sind auch dort mittlerweile Corona Fälle verzeichnet. Allerdings sind die Bundesstaaten, die sich vorzugsweise für den Herausforderer und Demokraten Biden aussprechen, weitaus stärker von der Pandemie betroffen. Dies führt zu einer stark gespaltenen Wahrnehmung der derzeitigen Gegebenheiten und breitet sich auch auf die für die Wahl bedeutsamen „Swing States“ aus.
 
Die oppositionellen Demokraten im US-Senat werfen der Trump Regierung Planlosigkeit im Kampf gegen der Covid-19 Pandemie vor. Auf Seite der Republikaner, wird die Behandlung von Corona Patienten mit dem Malaria Medikament zugestimmt, wohingegen die Demokraten die Behandlung ablehnen und die Skepsis gegenüber „Mainstream Medien“ und Wissenschaft stetig wächst. Wenn hingegen Skandale in Medien aufgedeckt werden, erreicht dies nicht ausreichend US Bürger, da diese Medien nicht von jedem konsumiert werden. Dies schlägt sich auch in den jüngsten Ereignissen nieder, als Präsident Trump Verschwörungstheorien kolportiert und einen bekannten Gegner Trumps des Mordes bezichtigte – Joe Scarborough. Obwohl der Witwer der Verstorbenen den Tod seiner Frau als Herzinfarkt erklärte und diese Diffamierung zurückwies, polarisierte der Präsident weiter. Die Stärken Trumps sind zweifelsohne das Wahrnehmen und Animieren der Massen. Jedoch wird diese Stärke schwierig umzusetzen sein, in Zeiten der Corona Krise, wo ein Mindestabstand zwischen den Menschen unabdingbar ist. Hierbei stellt sich die Frage, wie wird die Strategie des Wahlkampfes aussehen? Das Trump die Gouverneure der jeweiligen Bundesstaaten dazu drängt, die Schutzmaßnahmen zu lockern, damit die Wirtschaft der „USA als Supermacht“ wieder Konjunktur zurück erlangt, wird von vielen bezweifelt und stark kritisiert.
 
Wie auch in der Vergangenheit wird sich vieles erst kurz vorher entscheiden. Wir müssen beobachten, abwarten und Juliane Schäubles Berichte im Tagesspiegel weiter verfolgen.
 
Hier können Sie sich die Aufzeichnung der Konferenz anschauen. Viel Vergnügen!