Teufelszeug Plastik?

Wie ein Berliner Unternehmen zu einem bewussteren Umgang mit Plastik ermutigt

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Der Klimawandel erhitzt Erde und Gemüter, die Meere werden mit Plastik vermüllt – es gibt viele Gründe, sich bewusst mit Umweltfragen auseinanderzusetzen. Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema, ein umwelt- und ressourcenschonender Lebenswandel für immer mehr Menschen ein Ziel. Doch wie lässt sich für den Verbraucher erkennen, wie viel Kunststoff beispielsweise in einem bestimmten Produkt enthalten ist?

Eine Antwort darauf liefert Flustix. Das Berliner Start-up vergibt das europaweit bislang einzige Siegel für plastikfreie Produkte. Gründer Malte Biss hat es sich zum Ziel gesetzt, etwas gegen die Plastikflut zu tun – und brachte im Gründungsjahr von Flustix 2016 ein Siegel für komplette Plastikfreiheit an den Markt. Um auch jene Markteilnehmer zu erreichen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht vollständig auf Plastik verzichten können, kamen im Laufe der Zeit drei weitere Siegel dazu – für Produktinhalte ohne Mikroplastik, plastikfreie Verpackungen und das plastikfreie Produkt, das aber – im Gegensatz zum ersten Siegel – in Plastik verpackt sein kann oder sein muss. 2019 kam dann das fünfte Siegel auf den Markt: Flustix recycled. Es gibt Auskunft über den in Prozent angegebenen Anteil an Rezyklaten, den das Produkt enthält. Bei der Vergabe der Flustix-Siegel, der Kontrolle der Einhaltung aller Standards sowie der Missbrauchsbekämpfung, arbeiten die Berliner mit unabhängigen und renommierten Partnern eng zusammen.
 

Im Gespräch zwischen Malte Biss und Diana Krupp, VBKI-Mitglied und Moderatorin der Veranstaltung, wurde deutlich, dass Flustix Kunststoff keineswegs ablehnt, sondern als ein in Teilen nicht ersetzbares Material akzeptiert. Flustix engagiert sich für einen bewussteren Umgang mit dem Material und will Produkte fördern, denen es gelingt, entweder ganz oder teilweise auf die Verwendung von Kunststoff zu verzichten. Biss war es beim Unternehmertreffen besonders wichtig klarzustellen, dass Flustix sich nicht gegen die Wirtschaft positioniert, sondern mit ihr zusammen an einer nachhaltigeren Welt arbeiten möchte.

Derzeit durchlaufen 25 Produkte die Prüfung und in Zukunft möchte Flustix daran arbeiten, auch kleinste Unternehmen zu überzeugen und natürlich weiter zu wachsen. Die geprüften Unternehmen zahlen an Flustix eine Lizenzgebühr, die abhängig vom Firmenumsatz ist. Malte Biss ist überzeugt, dass das wohlhabende Deutschland in dieser Frage Vorreiter sein muss – auch um Vorbild für andere Länder zu sein, die nicht über einen solchen Wohlstand verfügen.