Mehr als alte Villen und exklusives Einkaufen

Charlottenburg als Wirtschaftsstandort

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Foto: Inga Haar

„100 Mal totgesagt, 101 mal lebendig“, so beschrieb Bezirksoberbürgermeister Naumann zu Beginn der Diskussionsrunde die wieder erstarkende Anziehungskraft des Bezirks. Der Wirtschaftsstandort Charlottenburg stand im Fokus der Diskussionsrunde, die am 22. Januar im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Berlin im Fokus“ im VBKI stattfand.

Derzeit, da sind sich die Diskutanten einig, erlebt die City-West einen regelrechten Boom. Das Investitionsinteresse der Firmen ist wieder da. Vor allem Leuchttürme wie das Haus Cumberland, das Hotel Waldorf Astoria, ein Besucher-Magnet, der wiederum Gastronomie und neue Shops und Boutiquen mit sich bringen wird, der Campus Charlottenburg mit UdK und TU. Gemeinsam mit der AG City und der IHK müsse nun insbesondere die Vernetzung rund um Breitscheidplatz, Kurfürstendamm und Tauentzien weiter vorangetrieben werden.

Mit Blick auf die Stärken des Wirtschaftsstandorts sehen die Podiumsteilnehmer vor allem die Vielfalt des Bezirks als Pluspunkt. Es herrscht keine Monokultur vor, neben exklusiven Shoppingmöglichkeiten gibt es auch eine Kreativszene, die, wie beispielsweise die Gießerei Noak, Kreativität und Produktivität vor Ort bündeln. Im Wettbewerb der verschiedenen Standorte sind die Nachwuchsförderung und die Bewältigung des Fachkräftemangels ausschlaggebend. Hier spielt Charlottenburg-Wilmersdorf an der Spitze mit. Zudem ist der Standort Charlottenburg sehr familienfreundlich. „Für uns“, so Naumann, „ist die Bildungs- und Betreuungslandschaft wichtig. Freie Schulen sollen neben öffentlichen Schulen einen sinnvollen Wettbewerb schaffen.“ Um die nötigen Dienstleistungen erbringen zu können, fordert Naumann aber mehr Unterstützung von kommunaler Seite.

Prof. Thamsen, Vizepräsident der TU, sieht in der Kooperation von TU und UdK ein „Riesenpotenzial“: „Die Verbindung von Technik und Kunst wird sich weiterhin sehr fruchtbar entwickeln – der Campus Charlottenburg soll sich zu einem Adlershof II entwickeln.“ Dietmar Schickel, COO des Telekommunikationsunternehmens Tele Columbus, schätzt vor allem die Nähe zu Universitäten und Kreativwirtschaft als eindeutigen Standortvorteil. Daher habe sich auch die neue Werbeabteilung seines Unternehmens in dem Bezirk angesiedelt. „Wir wollen gemeinsam mit dem ‚neuen Westen‘ weiter wachsen.“ Das Engineering-Unternehmen IAV, eine Ausgründung der TU, profitiert von der guten Zusammenarbeit mit der Universität. „Der Ingenieursbereich des Unternehmens“, so die Vision von Michael Schubert, „soll bis 2020 verdoppelt werden. Denn Mobilität ist und bleibt ein Grundbedürfnis der Menschen.“

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