Haltung, Hoffnung, Haftung

Podiumsdiskussion: Managementfehler – was passiert im Haftungsfall?

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Es reicht ein Blick in die Zeitungen: Top-Manager stehen nicht außerhalb der Gesellschaft – für Fehlverhalten werden sie auch strafrechtlich zu Rechenschaft gezogen. Gegenwärtig sind mehr als 6.000 Verfahren gegen Manager bundesweit anhängig.

In einer kleinen, aber feinen Veranstaltung gingen rund 30 VBKI-Mitglieder der Frage nach, zwischen welchen Zielekonflikten Führungskräfte und Unternehmer vermitteln müssen und wie hoch das Risiko einer existenzvernichtenden Einstandspflicht ist. Moderiert von Dr. Ulrike Wolff – Dr. Wolff Management-Beratung – diskutierte das Podium beispielsweise über das Verhältnis von öffentlichem Interesse einerseits und dem Schutz des Unternehmers andererseits.

Einig waren sich die Diskutanten  – Frank Stieler, Manager und ehemaliger Vorstandsvorsitzender Hochtief, Anton Winkler, Vorsitzender Richter am Landgericht München, und Prof. Jörg Rodewald, Rechtsanwalt und Partner Luther Rechtsanwaltsgesellschaft – darin, dass die Absicherungsstrategie deutlich verbessert werden müsse. Der Grund: Die Haftungsfälle sind in jüngster Zeit exponentiell gestiegen. Diese Entwicklung hat nach Ansicht des Panels ihre Ursache weniger in einer Zunahme der Fahrlässigkeit der Unternehmer und Manager. Sie gründet vielmehr auf einem Wandel gesellschaftlicher Werte und einem gestiegenen öffentlichen und medialen Interesse.

Zum Abschluss gab es Verhaltenstipps für die nachwachsenden Manager-Generationen: Beispielsweise für Transparenz im Unternehmen zu sorgen, nichts zu tun, was man selber nicht überblickt oder in seinem eigenen Unternehmen nicht auch tun würde sowie auf eine gesunde Balance zwischen Beratung von außen (Second Opinion) und der eigenen Handlungsfreiheit zu achten.  

Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.