Afrika: Kontinent im Aufschwung

Trotz Globalisierungsschere enormes wirtschaftliches Potenzial

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Auf dem Schreibtisch des Ministerialdirektors fließen die Analysen aller deutschen Auslandsvertretungen aus den über 40 Ländern Subsahara-Afrikas zusammen: Der Abteilungsleiter des Auswärtigen Amts, Dr. Clemens von Goetze, gab beim Außenpolitischen Frühstück im VBKI einen umfassenden Überblick über die Lage des verloren geglaubten Kontinents.

Subsahara-Afrika, so Dr. Clemens von Goetze, ist voller Widersprüche: Obwohl man aktuell feststellen muss, dass die Globalisierungsschere praktisch den gesamten Kontinent abgehängt hat, erkennen China und Indien das wirtschaftliche Potenzial des Kontinents: Chinesischen Firmen setzten in Afrika umfangreiche Infrastrukturprojekte um und pflegen starke Handelsbeziehungen zu vielen Ländern Afrikas. Weltweit 40 Prozent aller Rohstoffe werden in Afrika gewonnen –  von Erdöl, über Forstprodukte bis hin zu Bodenschätzen. China hat die „Unterinvestition“ in Afrika erkannt und die Chance längst ergriffen. Europa oder die USA halten sich dagegen zurück und sehen vor allem die Probleme und Risiken: ein starkes demographisches Wachstum birgt nicht automatisch Entwicklungspotenzial, wenn man zugleich mit Armut, Seuchen und Bürgerkrieg  konfrontiert wird. Zusätzlich führt die mangelnde nationale Identität zur Schwächung der politischen Systeme. Es blüht der Schwarzhandel sowie eine regelrechte Menschenschmuggler-Industrie, die den verzweifelten Menschen die Illusion eines besseren Lebens in Europa verkauft.

Nach einem Überblick der aktuellen Lage, eröffnete Botschafter a.D. Heimo Richter, Leiter der VBKI-Arbeitskreises Außenpolitik, das Gespräch für das Publikum. Zusammen ging man weitern Fragen rund um Religion und Entwicklungshilfe nach. 

Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.