Klappe, die Fünfte!

VBKI beim Deutschen Schauspielerpreis 2016

Armin Mueller-Stahl erhält den Deutschen Schauspielpreis
Foto: Eva Oertwig / SCHROEWIG

Am 20. Mai wurde im Berliner Zoo Palast zum fünften Mal der Deutsche Schauspielerpreis verliehen. Zu der Gala mit knapp 1000 Gästen kommt man normalerweise nur mit einer persönlichen Einladung. Trotzdem war auch dieses Mal der VBKI bei der Preisverleihung dabei.

Wie schon im Vorjahr förderten auch diesmal rund 40 Mitglieder und Gäste des VBKI den Initiator des Preises: den Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS). Genau das macht auch das Besondere des Preises aus, der von Schauspielern für Schauspieler ins Leben gerufen wurde und besonders talentierte Kolleginnen und Kollegen ehrt, die durch ihr Schaffen in besonderer Weise Schauspielkunst inspiriert und gefördert haben. Wahrscheinlich hatte der Abend deshalb so etwas Familiäres an sich…
Für die kurzweilige und witzige Moderation sorgte „Tatortreiniger“-Star Bjarne Mädel, für den eher seriösen Part sorgte Gastredner und EU-Kommissar Günther Oettinger, der auf das für die Branche so wichtige Thema Urheberrecht und die Auswirkungen fehlender gesetzlicher Vorgaben in der Praxis einging. Und er freute sich, das Regisseur Costa-Gavras nach Berlin gekommen war, obwohl er in Cannes sicher „besseres Wetter und besseren Wein“ bekommen hätte.

EU-Kommissar Günther Oettinger beim Deutschen Schauspielpreis


Der griechisch-französische Regisseur war es auch, der mit seiner Ehrenpreis-Laudatio auf den großen Star des Abends, Armin Mueller-Stahl, und den Erinnerungen an ihren gemeinsamen ersten internationalen Erfolg, den Polit-Thriller „Music Box“ für den ergreifendsten Moment der Gala sorgte. Costa-Gavras hatte dem damaligen Hollywood-Neuling Ende der Achtziger die Hauptrolle in der erfolgreichen US-Produktion angeboten.

Als beste Hauptdarstellerin wurde Claudia Eisinger für ihre Leistung im aktuellen Kinofilm „Mängelexemplar“ prämiert, bei den männlichen Darstellern siegte Peter Kurth mit seiner Glanzleistung in Thomas Stubers Langfilmdebüt „Herbert“.

Weitere Preisträger waren Ronald Zehrfeld, Gabriela Maria Schmeide, Caroline Peters und Samuel Finzi. Berlinale-Chef Dieter Kosslick hielt die Laudatio auf die katalanische Regisseurin und Drehbuchautorin Isabel Coixet, deren Film „Nobody Wants the Night“ 2015 die Berlinale eröffnet hatte. Und wenn einem nach dieser gelungenen Gala und der anschließenden After-Show-Party im Bikini-Haus neben Armin Mueller-Stahls Auftritt im Rollator noch eine weitere Szene in besonderer Erinnerung belieben wird, dann ist die Dankesrede des jungen Talents Tedros Teclebrhan, der die Zuschauer zugleich amüsierte wie anrührte: „Hätte meiner Mutter jemand gesagt: Wenn du mit deinen drei Kindern von Eritrea nach Deutschland flüchtest, dann bekommt eines davon den Deutschen Schauspielerpreis... - für die Rolle des Taxifahrers!“ Ein schönes Beispiel für gelungene Integration.

Die Preisträger des Deutschen Schauspielpreises