Selfmademan

Bauunternehmer Christoph Gröner Premierengast bei „Udo Marin im Gespräch mit…“

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Foto: Rainer Kurzeder

Er ist einer der erfolgreichsten Immobilienunternehmer Deutschlands – und war der Premierengast bei der ersten Auflage des Formats „Udo Marin im Gespräch mit…“ Vor rund 60 geladenen Gästen gaben sich Christoph Gröner, Gründer und Namensgeber der CG Gruppe, und Udo Marin, Gründer und Namensgeber des neuen VBKI-Talks, ein unterhaltsames Stelldichein.

Es war eine würdige Premiere, die den Zielen des neuen Formats vollumfänglich gerecht wurde. Keine Frontalbeschallung, keine abgestimmten Botschaften, sondern ein gepflegter Talk, der auch das eine oder andere Nähkästchen öffnete und Blicke hinter die Brandmauern einer in der Öffentlichkeit stehenden Persönlichkeit ermöglichte.
 
 
Und was will man von erfolgreichen Unternehmern als Erstes wissen? Natürlich, wie sie zu erfolgreichen Unternehmern wurden! Das gilt umso mehr für jemanden wie Christoph Gröner, der seine ersten unternehmerischen Gehversuche 1990 unter dem Rubrum „Christoph Gröner Bauhilfsdienste“ unternahm – eine erste Firma, deren Dienstleistungsangebot viel Muskelkraft und Schweiß verlangte, unter anderem vom Gründer selbst. Ein Self-Made-Man wie er im Buche steht, gestartet ohne Netz, doppelten Boden oder privatem Eigenkapital, der auch das Scheitern kennt – allerdings vor allem als notwendige Voraussetzung, um anschließend wieder aufstehen zu können. 
 
Geld, Reichtum, Macht? Was treibt jemanden wie Gröner an? Geld sei nie die Triebfeder gewesen, sagt der Unternehmer, dessen Aufstieg vor über 20 Jahren mit dem Umzug nach Leipzig und der dortigen Sanierung historischer Bausubstanz begann. Er sei vielmehr beflügelt von dem Wunsch, etwas auf der Welt zu hinterlassen, auf das man stolz sein könne. Freude an dem, was man tut, sei eine wichtige Voraussetzung auf dem Weg zur Erfüllung dieses Wunsches. Auch sei es hilfreich, nervenstark zu sein – und in jeder Krise vor allem auch eine Chance und eine Wachstumsmöglichkeit zu sehen.
 
Natürlich war auch die Berliner Politik und insbesondere der Immobilienmarkt Gesprächsthema. Die Spitzen aus Politik und Wirtschaft haben laut Gröner in der Bevölkerung an Vertrauen verloren, dennoch dürfe es nicht hingenommen werden, „dass Unternehmer durch die Stadt gejagt werden“. Die massiven Eingriffe des Staates in den Wohnungsmarkt würden das Problem nicht lösen, sondern vielmehr verschärfen. „Der Mietendeckel verschreckt leichtes Geld und Investoren – vermutlich mit Absicht“, stellte Gröner fest und kommt zu dem Schluss: „Der Mietendeckel nützt keinem, der ihn braucht – nämlich dem eigentlich Bedrohten.“