Lernerfolg in den Mittelpunkt stellen

VBKI legt Empfehlungen zur Steigerung der Schulqualität in Berlin vor

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Klarer Fokus auf den Lernerfolg, systematische Heranziehung von Schülerleistungsvergleichen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität, bessere Koordination der zuständigen Stellen im Bildungswesen – mit umfangreichen Empfehlungen zur Steigerung der Schulqualität in Berlin hat sich der VBKI an die Öffentlichkeit gewandt.

 „Seit Jahren schneiden die Berliner Schulen bei Vergleichen der Schülerleistungen schlecht ab. Wie akut der Handlungs- und Reformbedarf ist, hat uns die Corona-Krise und die Zeit des Homeschoolings nachdrücklich vor Augen geführt. Kein Bundesland investiert pro Kopf mehr Geld in die Schulbildung der nachrückenden Generationen. Trotzdem gehört die Hauptstadt regelmäßig zu den Schlusslichtern in einschlägigen Rankings. Diese Diskrepanz ist schwer zu ertragen. Unser Ansatz: Den Lernerfolg wieder in den Mittelpunkt stellen“, sagte Henning Banthien, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft im VBKI.
 
Mit der im Ausschuss für Bildung und Wissenschaft erarbeiteten und von Sybille Volkholz, und Hannelore Trageser verfassten Stellungnahme möchte der VBKI insbesondere die Dringlichkeit der notwendigen Reformen im Berliner Bildungssystem unterstreichen. Der Verein versteht seine Handlungsempfehlungen als flankierenden Beitrag zur Arbeit der Qualitätskommission zur Verbesserung der Schülerleistungen und des Schulsystems. Die Kommission wurde im September 2019 von Bildungssenatorin Sandra Scheeres eingesetzt und wird in Kürze eigene Schlussfolgerungen und Empfehlungen vorstellen.
 
Der VBKI empfiehlt in seiner Stellungnahme unter anderem folgende Maßnahmen:
 
  • Es sollte ein klarer Fokus auf die Förderung der Lernerfolge von Schülerinnen und Schülern gelegt werden. Das bedeutet keine Zunahme von Ausgrenzung, sondern ein lernfreundliches Klima, mit dem auch Lernschwächere bessere Ergebnisse erreichen können.
  • Dazu muss auf allen Ebenen von der Schulverwaltung über die regionale Schulaufsicht und die Schulen ein Konsens hergestellt und die Arbeit besser koordiniert werden.
  • Die Schulen müssen unterstützt werden, die Ergebnisse der  Schülerleistungsvergleiche wie VERA 3 und VERA 8 systematisch auszuwerten und daraus Schlussfolgerungen für ihre Arbeit zu ziehen.
  • Bei Schulinspektionen müssen die Schülerleistungen ein größeres Gewicht bekommen.
  • Statt zusätzliche Finanzen und Lehrerstunden mit der Gießkanne zu verteilen, mehr gezielte Förderung.

Derzeit sind die Schulen stark mit den Folgen der Corona-Pandemie belastet. Deshalb dürfe aber die wesentliche Aufgabe der Schule nicht aus dem Auge verloren werden, Schülerinnen und Schüler mit elementaren Lebenskompetenzen auszustatten. Vor allem der hohe Anteil von Kindern und Jugendlichen, die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik verfehlen, sei nicht länger hinzunehmen.

Die bildungspolitische Stellungnahme im Wortlaut finden Sie hier >>