Hilflos und ohnmächtig?

Die EU in der Corona-Pandemie – ein FPL mit Alexander Graf Lambsdorff

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Foto: VBKI

Als die Corona-Pandemie Anfang März mit Macht nach Europa schwappte, war aus Brüssel wenig zu sehen und zu hören. Während die Nationalstaaten handelten und radikale Maßnahmen zum Gesundheitsschutz ihrer jeweiligen Bevölkerungen beschlossen, blieben EU und ihre Institutionen im Hintergrund. Allerdings, so der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff, dürfe man nicht zu hart mit Brüssel ins Gericht gehen. Schließlich verfüge die EU-Ebene über keinerlei Kompetenzen im Gesundheitsschutz, für ein beherztes Krisenmanagement fehlten schlichtweg die Mittel.
 
Beim virtuellen Foreign Policy Lunch ging das langjährige Mitglied des EU-Parlaments im Gespräch mit Christoph von Marschall auch der Frage nach, wie die EU aus der Krise hervorgehen wird. Zwar hätten die Mitgliedstaaten unter dem Eindruck der Bilder aus Bergamo zunächst auf sich geachtet – man erinnere sich beispielsweise an das deutsche Exportverbot für Schutzkleidung. Allerdings habe der solidarische Impuls untereinander mit Fortschreiten der Krise an Momentum gewonnen und nationale Alleingänge abgelöst. Möglicherweise, das sei zumindest die Hoffnung, gehe Europa sogar gestärkt und gefestigt aus der Krise hervor.