"F*ck it!"

Donald Trump ist der 45. Präsident der USA. Und nun?

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

48 Stunden nach der Wahl spricht der ehemalige Leiter des ARD-Hauptstadtstudios Ulrich Deppendorf mit Rüdiger Lentz, Executive Director des Aspen Institute, über das Ergebnis...

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat die Wahlkampfzeit hindurch gepöbelt, beleidigt, gedroht. Er schoss verbal gegen Mexikaner und andere Einwanderergruppen – "bad hombres!" –, gegen Frauen – "grab them by the pussy!" –, gegen die Medien – "the media is so corrupt!", auch mal gegen die komplette Gesellschaft oder das politische System und natürlich stets gegen die demokratische Kandidatin Hillary Clinton – "she is such a nasty woman!".

Am Ende schüttelten selbst in den eigenen Reihen viele die Köpfe. Die Mehrheit der Amerikaner hat ihn nicht gewählt. Trotzdem wird Donald Trump am 20. Januar als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. "Das er wirklich Präsident wird, hätte er wohl selbst nicht gedacht", sagt Rüdiger Lentz 48 Stunden nach der Entscheidung beim Foreign Policy Lunch des VBKI. Lentz ist seit 2013 Executive Director des Aspen Institute Deutschland.

Im Gespräch mit dem ehemaligen ARD-Haupstadtstudioleiter Ulrich Deppendorf machte Lentz klar: "Nun ist spannend, was für Berater Trump um sich schart." Inzwischen ist bekannt: Der Chef der Republikanischen Partei, Reince Priebus, werde Stabschef im Weißen Haus und der Wahlkampfmanager Stephen Bannon sein Chefstratege und führender Berater. Lentz nennt auch Rudy Giuliani (ehemaliger Bürgermeister von New York), Newt Gingrich (ehemaliger Sprecher des Repräsentantenhauses) und Chris Christie (Gouverneur von New Jersey), die Trump im Wahlkampf unterstützt haben.

Die selbstbewusste Reaktion der Kanzlerin lobt Lentz: "Man kann da gar nicht forsch genug sein." Und auch zu dem zu erwartenden Politik-Stil des President elect findet er deutliche Worte. Er geht davon aus, dass Trump allzu tatsächliche Probleme mit einem "Fuck it!" vom Tisch fegt. Steuererhöhungen? Finanzpolitik? Bündnisse? "Es wird sich erst zeigen, was Trump von seinen Wahlreden wirklich umsetzen kann", so Lentz.

Aber schon jetzt könnten die Deutschen von den USA lernen: "Die Sorgen der Leute Ernst nehmen und Globalisierung neu definieren", meint Lentz nach dem Wahlausgang, den keiner vorhergesehen hat. Noch in der Wahlnacht hätten die Beobachter von YouGov um 0 Uhr einen deutliche Niederlage von Donald Trump prophezeit: "Mit 317 Wahlmännern für Clinton", berichtet Lentz, der in der Baden-Württembergischen Landesvertretung das Geschehen verfolgte. "Um 5 Uhr wollte von den YouGov-Jungs dann keiner mehr auf die Bühne."

Trump gewann mit 60.371.193 Stimmen (47,3 Prozent) 306 Wahlmänner; Clinton kommt mit 61.039.676 (47,8 Prozent) nur auf 232 Wahlmänner, weil sie die traditionell demokratischen Staaten wie Michigan und Wisconsin an Trump verlor. Dazu gewann er die Swing States Pennsylvania, Florida, Ohio und Iowa. Das Ergebnis >>

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