Einfach, aber raffiniert...

Das Rosa Lisbert - ein Hidden Champion in Moabit

Einfache, aber raffinierte Küche in der Arminiusmarkthalle
Foto: Businessfotografie Inga Haar

Die aktuelle Tour zu den Hidden Champions der Berliner Gastro-Szene führt in die Arminiusmarkthalle in Moabit.


Von REINER VEIT


Elsässische Küche gibt es neuerdings in der wirklich schön renovierten Arminiusmarkthalle in Moabit, die sich in der Nähe des U-Bahnhofs Turmstraße befindet. Zwischen Marktreihe Sieben und Acht hat in diesem Sommer das "Rosa Lisbert" eröffnet.  "Rosa Lisbert" ist die Idee von Lisa Meyer und Robert Havemann, der übrigens der Enkel des berühmten gleichnamigen Regimekritikers in der DDR ist.

Anfangs hatte die beiden neuen Betreiber eher ein reguläres Restaurant im Blick und dachten dabei an die notorischen Bezirke Kreuzberg oder Prenzlauer Berg. Als sie dann aber einmal als Gäste in der Markhalle Moabit vorbeikamen, waren sie positiv überrascht und dachten, dass ihr Konzept eigentlich sehr gut dort hineinpasste. Inzwischen haben sie ihr Konzept erweitert. "Das Originelle an der elsässische Küche ist eben, dass sie nicht originell ist", sagt Havemann. Von den Produkten her ist sie sehr bodenständig, mit Kohl, Speck, Zwiebeln, Weißwein, Essig, aber die Zusammensetzung ist raffiniert. Hier kommt dann der französische Flair dazu. Einfach – aber raffiniert.

Was steht auf der Karte?
Ab 17 Uhr am Abend wird es Flammkuchen geben, was nötig ist, um zu verhindern, dass der Ofen über den Tag zu heiß wird. Am Abend kommen dann noch Menues dazu, auch einzelne Gerichte wie Coq au Vin. Mittags stehen leichte Gerichte auf der Karte, wie Salate mit Hühnerbrust. Der klassische Flammkuchen mit Speck und Zwiebeln wird 8,20 Euro kosten und am anderen Ende der Skala: Flammkuchen mit Gänse- beziehungsweise Entenstopfleber und Perigord-Trüffeln der knapp über 20 Euro kosten wird. Beim Mittagstisch kostet der Salat mit Maishühnchenbrust unter zehn Euro, andere Speisen sind etwas günstiger. Obwohl Havemann sowie Meyer beide eine Kochausbildung in der gehobenen Gastronomie haben, werden sie nur im Ausnahmefall selbst kochen. Das Tagesgeschäft übernehmen drei Köche. Die Weine kommen natürlich aus dem Elsass, aber auch aus der Südpfalz.

Die Arminiusmarkthalle
Die Moabiter Markthalle wurde 1891 eröffnet: eine dreischiffige basilikale Halle, die von einer filigranen guss- und schmiedeeisernen Konstruktion getragen wird. Das Gebäude war das zehnte von vierzehn überdachten Markthallen, die nach einem 1881 ergangenen Beschluss des Berliner Magistrats die als unhygienisch geltenden offenen Märkte ablösen sollten. Damals befanden sich in der Halle 425 Stände in zehn Verkaufsgängen. Ein zwölf Meter breiter Mittelgang erschloss die jeweils 2,48 Meter breiten Seitengänge. Durch diese Anordnung konnten Pferdefuhrwerke, Handkarren oder Hundegespanne die Waren unmittelbar bis zu den Ständen bringen. Nachdem der Senat die Halle 1982 als Baudenkmal ausgewiesen hatte, ließ er sie zu ihrem 100-jährigen Bestehen 1991 umfangreich renovieren. In der jüngsten Zeit wurde sie als so genannte Zunfthalle revitalisiert.

Arminiusmarkthalle | Rosa Lisbert
Arminiusstraße 2-4
10551 Berlin-Tiergarten/Moabit
Geöffnet von 12 bis 22 Uhr


Reiner Veit ist Kulturredakteur beim Inforadio des RBB, wo er schwerpunktmäßig über Kino und Kulinarisches berichtet. Veit moderiert die Sendung Aufgegabelt.

Bilder vom Abend finden Sie hier.