Digital und personalisiert

Die Medizin der Zukunft – Thema des Healthcarelunches

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Zum 4. Mal kamen die Player der Gesundheitswirtschaft am Mittag des 20. Juni beim „Berlin Healthcare Lunch“ des VBKI zusammen, um sich untereinander auszutauschen und neue Impulse aus dem Bereich Gesundheit und Forschung zu erhalten.

Das Treffen fand in den neuen Räumlichkeiten von Kienbaum Consultants International im früheren Kalisyndikat um die Ecke des Anhalter Bahnhofs in der Dessauerstraße, wo Anne von Fallois, Director Political Relations bei Kienbaum und Mitglied im VBKI, die Gäste gemeinsam mit Jasper zu Putlitz (Ausschuss Gesundheitspolitik im VBKI) willkommen hieß.
 
Der Impuls Prof. Dr. Erwin Böttinger, seit 2017 Leiter des Digital Health Centers am Hasso-Plattner- Institut in Potsdam, stellte die Entwicklungen und Herausforderungen der „Digitalisierung und Personalisierung der Medizin“ in den Mittelpunkt, eine Thematik, die besonders in den USA wesentlich weiterentwickelt ist, als es bisher in Deutschland der Fall ist. So kam es auch, dass Prof. Böttinger eingangs von seinen beruflichen Stationen in den USA und seinen Erfahrungen an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, New York berichtete, wo „Digital Health in die klinische Anwendung transportiert“ werde, und das mit Erfolg.
 
Wichtigste Erkenntnis dabei: „Human Capital ist „unser höchstes Gut“. Deshalb müsse an erster Stelle stehen, die Gesundheit der Menschen auf Basis einer guten Lebensqualität zu schützen – z.B. durch eine verbesserte Prävention. Dies sei wiederum nur mithilfe von Digitalisierung (u.a. Smart Nano Technologie) und personalisierter Medizin machbar, so Böttinger, durch die neuen Möglichkeiten des Datentransfers. Größter Vorteil dieser Entwicklungen: Daten aus dem „echten Leben“ können so übertragen werden, man sei so dicht wie nie zuvor dran am gesundheitlichen Zustand eines Individuums/Patienten.
 
Neue Stakeholder gehen in Position, allen voran die großen Firmen wie Apple, Google oder Philipps. Sie nehmen sich nun selbst des gesundheitlichen Zustandes ihrer Mitarbeiter an – und nicht selten geht es darüber hinaus. Das ist aber zugleich auch die große Herausforderung für Industrie und Forschung. Die Daten müssen „zugänglich und sicher“ sein, dazu braucht es aber erst einmal die nötigen Plattformen. Mit dem Aufbau einer solchen Plattform zur Datenüberführung bzw. Zusammenfügen dieser beschäftigt sich auch das HPI – laut Böttinger die wichtige Grundlage zur Verbesserung des Outcomes im Gesundheitswesen.
 
Als Beispiel nennt er den „electronic health record“, mit dem am Mount Sinai gearbeitet wird und in dem sämtliche Gesundheitsdaten eines Bürgers zusammengefasst sind, natürlich mobil einsehbar. So eine „Sofort-Dokumentation“ erleichtert eine bis dato aufwendige Anamnese und erleichtere den gesamten Versorgungsprozess. In dieser „Informationsübermittlung in Echtzeit“ sieht Prof. Böttinger große Vorteile. Natürlich gehen mit diesen Entwicklungen auch eine gewisse „Disruption“ einher, es gebe durchaus kritische Aspekte der digitalen Transformation. Dennoch steht Böttinger dem Ganzen vorrangig positiv gegenüber und plädiert für eine stückweite Veränderung auch des regulatorischen Rahmens in Deutschland, um die Digitalisierung im Gesundheitsbereich zu fördern.