Zähe Politik, boomende Wirtschaft

Die Zukunft der ökonomischen Verzahnung von Deutschland und Tschechien nach der Wahl

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Im Foreign Policy Lunch sprach Christoph von Marschall (Vorsitzender Ausschuss Internationale Politik und Wirtschaft) mit dem ehemaligen Bundesminister & Osteuropa-Experten Christian Schmidt über die Auswirkungen der Wahlen auf die Wirtschaftsbeziehungen mit Tschechien.

Auch in Tschechien werden die politischen Weichen derzeit neu gestellt und es zeichnet sich ein neues Mächteverhältnis der Parteien ab. Die populistische Partei des bis dato amtierenden Regierungschefs Andrej Babis büßte an Zuspruch ein. Stärkste Kraft wurde das von Petr Fiala geführte Parteienbündnis Spolu, das sich politisch mitte-rechts positioniert. Eine Koalition aus den Spolu-Parteien (ODS, KDU-CSL, Top09), der Tschechischen Piratenpartei und der liberal-konservativen STAN wäre laut Christian Schmidt eine stabile Koalitionslösung.
 
Für die wirtschaftlichen Beziehungen der Nachbarländer Deutschland und Tschechien sieht Christian Schmidt weiter gute Voraussetzungen. Tschechien ist bereits jetzt einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Auch im globalen Zusammenhang und im Hinblick auf die so genannte neue Seidenstraße sieht der ehemalige Bundesminister weiterhin einen Schwerpunkt für Tschechien im Handel mit Deutschland und Europa.
 
Nichtsdestoweniger gibt es im Austausch zwischen Tschechien und Deutschland Luft nach oben. Die deutsch-tschechische Vergangenheit stellt in der Zusammenarbeit zwar keine politische Hürde mehr für das bilaterale Verhältnis dar, Verbesserungen in der Konnektivität wären jedoch wünschenswert. Christian Schmidt legte hier den Fokus besonders auf die digitale Infrastruktur und zukunftsweisende Kooperationen im Ausbildungssektor.
 
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