Gründerzeit21

Konferenz verbindet Old und New Economy

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Foto: Mike Wolff, Verlag Der Tagesspiegel

Was muss ich beachten, wenn ich ein Unternehmen gründe? Wo finde ich die richtige Beratung? Und wie überzeuge ich Investoren, mir bei der Finanzierung unter die Arme zu greifen? Im Rahmen der ganztägigen Konferenz gründerzeit21, die der VBKI gemeinsam mit dem Tagesspiegel und der Weberbank am 3. Dezember 2012 durchführte, fanden Start-ups und Jungunternehmer Antworten auf Fragen wie diese.

VBKI-Präsident Markus Voigt eröffnete die Konferenz mit einer Keynote, in der er herausstellte, wie wichtig und fruchtbar das Zusammenwirken von etabliertem Unternehmertum und den Newcomern sein kann: „Unser Verein ist so etwas wie eine Festplatte, die alle relevanten Daten zu den Suchbegriffen „Unternehmensgründung“ und „Wirtschaftlicher Erfolg“ speichert. Unser Ziel ist ein stabiles und leistungsfähiges Netzwerk, in der Old und New Economy vertreten sind, ihre Erfahrungen austauschen und sich bei Bedarf gegenseitig unterstützen.“ Weberbank-Chef Klaus Siegers appellierte an die   Risikobereitschaft der Jungunternehmer und bedauert, dass in Deutschland die „Kultur des Scheiterns“ nicht sehr ausgeprägt sei: „Ein Unternehmen zu gründen, heißt, ein Wagnis einzugehen. Das ist eine Herausforderung und eine Chance!“

 

Nicht das Geld allein

Tenor der Konferenz: Am Anfang der Gründung steht immer eine gute Idee. Doch das allein reicht nicht aus, um daraus eine erfolgreiche Geschäftsidee zu machen. Es braucht vor allem Durchhaltevermögen, Realitätssinn, eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und vor allem die richtigen Berater zur Seite. „Ein guter Businessplan ist in der Vorphase wichtig zur Überprüfung der Machbarkeit“, so Prof. Dr.-Ing. Kai Desinger, Teilnehmer des ersten Panels „Ideen und Kapital“. Ob die Idee gut ist, entscheide jedoch letztendlich der Markt. Vor allem aber dürfe das Geldverdienen nicht die alleinige Motivation sein für eine Gründung. Investor Peter Zühlsdorff riet, sich Vorbilder zu suchen und das eigene Netzwerk auszubauen. Auch die permanente Kommunikation mit Investoren und Banken sei wichtig, um Vertrauen zu schaffen.

 

Verwaltung als „Roadblocker“ 

Im zweiten Panel stand der Zusammenhang „Kapital und Politik“ auf der Agenda. Für Conrad Fritzsch, CEO von tape.tv, ist vor allem der immense zeitliche und finanzielle Aufwand für Bürokratie die größte Hürde für Unternehmensgründer. „Der Gründer muss klare Visionen haben und sich auf seine Idee konzentrieren.“ Politik und Verwaltung sieht er in der Pflicht, die „Roadblocker“ aus dem Weg zu räumen und schnelle Orientierungshilfe zu bieten. Formulare auf Englisch beispielsweise wären für hochtalentierte Fachkräfte aus dem Ausland eine große Hilfe. Björn Böhning, Chef der Senatskanzlei des Landes Berlin, räumte hier noch erhebliches Optimierungspotenzial ein: „Zweisprachigkeit ist ein Thema im öffentlichen Dienst. Da sind wir dran.“

 

Marathon statt Sprint

Insgesamt lobten die Panelteilnehmer das gute Gründerklima in Berlin – auch wenn sich alle darin einig waren, dass dieser Zustand kein Selbstläufer ist. Patrick Meisberger, Geschäftsführer der T-Venture Holding GmbH, zitierte eine Studie über die Top-Start-up-Städte der Welt, bei der Berlin nur auf Platz 15 rangiert – hinter Moskau und Paris. Doch Berlin ist hip, vor allem wegen der niedriger Miet- und Lebenshaltungskosten. Der Zulauf von internationalen kreativen Talenten in die Hauptstadt ist noch ungebrochen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei die gute PR für Berlin im Ausland, meint Meisberger und appelliert an die Geduld. „Wir haben die Basis gelegt für ein weites Silicon Valley – aber wir werden länger brauchen als gedacht.“