Erkenntnisse aus Zungenbrechern

VBKI verleiht 6 Nachwuchsforschern den Wissenschaftspreis 2013

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Foto: Markus Wächter

Mathematiker, Mediziner, Psychologen, Prozess- und Wirtschaftswissenschaftler: Auch bei der zweiten Verleihung des Wissenschaftspreises sind eine Vielzahl von Fachgebieten vertreten. Das verbindende Element: Alle Preisträger haben sich in ihren Arbeiten mit der Zukunft der Region Berlin-Brandenburg beschäftigt – und zwar auf herausragende Weise.

Manchmal ist es gut, einen ausgewiesenen Fachmann an Bord zu haben. Denn nicht immer erklärt sich von allein, was hinter etwas sperrigen Sätzen wie diesen steckt: "Selbstverstärkende Dynamiken in Netzwerken: Interorganisationale Pfadabhängigkeit von Allokationspraktiken.“ Professor Deuflhard brachte meisterlich Licht ins Dunkle dieser zumindest für Laien etwas kryptischen Formeln - und den rund 120 anwesenden Mitgliedern und Freunden des VBKI die Forschungsergebnisse der sechs ausgezeichneten Nachwuchsforscher näher. In seiner Laudatio würdigte der Mathematiker und Vorsitzende der VBKI-Preisjury mit viel Humor die Leistungen der jungen Wissenschaftler und plädierte en passant für einen zugänglicheren Wissenschaftsjargon.

Das Thema hatte schon zu Beginn der feierlichen Verleihung des zweiten VBKI-Wissenschaftspreises Konjunktur: In seiner Begrüßung mahnte VBKI-Präsident Markus Voigt bei der versammelten Scientific Community augenzwinkernd die Gründung eines neuen Fachgebiets an. Schließlich erlaube es nur das intensive Studium der "Zungenbrecherologie", die Titel der prämierten Arbeiten auszusprechen, ohne sich selber einen Knoten in die Zunge zu binden. Der Selbstversuch verlief dann doch ohne bleibende Schäden und mündete in der Feststellung, dass es einem um den Wissensschaftsstandort Berlin-Brandenburg nicht bange sein müsse: "Denn so sperrig die soeben verlesenen Titel dieser preisgekrönten Arbeiten auch klingen mögen, so zukunftsweisend sind die Erkenntnisse, die sich dahinter verbergen. Was ich sagen will: Wir haben eine Menge kluger Köpfe in unserer Region!"

Doch bevor diese klugen Köpfe ihre verdiente Urkunde samt jeweils 3.000 Euro Preisgeld erhielten, versüsste Prof. Seeberger seinem Publikum die Zeit. Was durchaus wörtlich zu verstehen war, denn der FU-Professor und Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam entführte sein Publikum auf eine launig-unterhaltsame Tour d'horizon durch die Welt der Zuckermoleküle. Anschließend war der große Moment gekommt, der Preis und sein Träger kamen zusammen: Der Prozesswissenschaftler Matan Beery (TU) wurde für seine Erkenntnisse zur Meerwasserentsalzung geehrt, der Wirtschaftswissenschaftler Markus Burger (FU) erhielt den Preis für seine Dissertation über Kooperationen von Forschern und Unternehmen. Die Psychologin Astrid Lange (Cottbus) wurde für ihre Doktorarbeit über Firmengründungen ausgezeichnet, der Mathematiker Max Klimm (TU) für seine Dissertation über Auslastungsspiele, der Ökonom Christian Freydank (Potsdam) für seine Masterarbeit über Kaufsucht. Einen Sonderpreis erhielt die Medizinerin Anne Dunkel für ihre Forschungsergebnisse  zu sozialen Wirkungen bei Bypass-Operationen.