Der Trend zum „smarten“ Zahlen

Das Berliner Start-up Payleven will das bargeldlose Bezahlen revolutionieren

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Weniger ist mehr, das gilt auch bei neuer Technologie für bargeldlose Transaktionen – ist jedenfalls Konstantin Wolff überzeugt. Der CMO von Payleven stellte beim Unternehmertreffen am 30. April das Geschäftsmodell des Berliner Start-ups vor. Im Zentrum der Lösung steht das Smartphone des Verkäufers.

Das Zücken der EC-Karte gehört heutzutage an jeder Supermarktkasse zur Selbstverständlichkeit. Der Kunde steckt die Plastikkarte in einen meist stationären Terminal, die Identifikation erfolgt per PIN oder Unterschrift. 2012 ist das Berliner Start-up-Unternehmen Payleven angetreten, bargeldlose Transaktionen zu revolutionieren. Die eigene Technologie sei im Vergleich zu herkömmlichen Terminals weniger aufwendig, weniger teuer und praktischer in der Handhabung – ist Konstantin Wolff, CMO des Unternehmens, überzeugt. Beim VBKI Unternehmertreffen präsentierte er das Geschäftsmodell.

Bluetooth-Verbindung zum Smartphone

Im Mittelpunkt steht ein kleines Gerät, das einem einfachen Taschenrechner ähnelt, welcher um einen Schlitz ergänzt wurde. In diesen Schlitz steckt der Kunde seine EC- oder Kreditkarte. Anschließend verbindet sich das Gerät per Bluetooth mit dem Smartphone des Gewerbetreibenden, der Kunde gibt seine Geheimzahl ein, der Betrag wird abgebucht. Worin liegt der Vorteil gegenüber herkömmlichen Bezahlterminals?

Payleven will seine Technologie vor allem an kleine und mittlere Unternehmen verkaufen, für die sich klassische Terminals nicht rechnen. Anders als traditionelle Anbieter verlangt Payleven keine Grundgebühr, es gibt auch keine Vertragslaufzeiten. Auch der Terminal wird zu vergleichsweise günstigen Konditionen – 99 Euro – zur Verfügung gestellt. Seinen Teil vom Kuchen erhält Payleven durch eine Art Provision: Pro Transaktion gehen 2,75 Prozent des Betrags an das Berliner Unternehmen.

Taxifahrer, Friseure, Einzelhändler

Konstantin Wolff zufolge rechnet sich die Technologie vor allem für Kleinstgewerbetreibende, die unter einem Jahresumsatz von etwa 30.000 Euro bleiben. Zur Zielgruppe gehören beispielsweise Taxifahrer, die Gastronomie-Branche, der kleine Einzelhandel und der Bereich Beauty – also Friseur- und Kosmetiksalons. Diesen Gruppen bietet Payleven neben dem Preisvorteil auch über die Technologie einen Mehrwert, beispielsweise durch die Mobilität. „Ein großer Teil der traditionellen Terminals sind stationär“, sagt Wolff. Durch die Kopplung mit dem Smartphone des Gewerbetreibenden erlaube die eigene Technologie bargeldloses Bezahlen an jedem beliebigen Ort.

Wie entwickelt sich der Markt? Wolff zitierte bei seinem Besuch eine Studie, nach der sich der Branchenumsatz in Europa bis 2015 auf knapp 300 Milliarden Euro verdoppeln wird - Günstige Bedingungen für weiteres Wachstum, aber Payleven zufolge nicht ausreichend, um dauerhaft am Markt Erfolg zu haben. „Die reine Transaktionsentwicklung reicht künftig nicht mehr aus“, sagt Wolff und kündigt Pläne an, Payleven vom reinen Payment-Anbieter zum umfassenden Lösungsanbieter zu entwickeln, der seine Kunden auf Basis der bestehenden Technologie beispielsweise bei der Buchhaltung, der Kontrolle des Warenbestandes, der Kundengewinnung oder der Steuerberechnung unterstützt.