Taschen mit Berliner Gefühl

Liebeskind-Chef Christoph Heidt beim VBKI

Liebeskind-Chef Christoph Heidt beim VBKI Unternehmertreffen
Foto: Businessfotografie Inga Haar

Beim VBKI Unternehmertreffen stellte diesmal Christoph Heidt, Geschäftsführer Finance & Operations - und nebenbei großer Ausdauersportler und Buchautor -, die Firma LIEBESKIND Berlin vor.

Die rund 50 Mitglieder und Gäste des VBKI, die im le petit felix in Mitte zusammen kamen, erfuhren bei dem Lunch-Termin einige interessante Hintergründe zur Entstehungsgeschichte, dem Aufbau der Firma seit ihrer Gründung in 2006 zum deutschen Marktführer im Bereich Ledertaschen und der aktuellen Neuausrichtung zur internationalen Marke. Nach einer kurzen Begrüßung durch Luzi Teber, Marketingleiterin der Weberbank, berichtete Christoph Heidt, der seit der Übernahme durch den S. Oliver-Konzern 2014 bei LIEBESKIND Berlin die Bereiche Vertrieb und Produktion vorantreibt, wie es zur Erfindung der Marke kam.

Hinter dem erfolgreichen Label Liebeskind standen ursprünglich die Brüder Johannes und Julian Rellecke aus dem Sauerland. Während des Studiums trafen die beiden auf Semih Simsek und entschlossen sich, ganz nach dem Vorbild des elterlichen Schuhgeschäfts, sich mit italienischen Schuhen selbstständig zu machen. Ihr Franchise-Unternehmen Scarpe eröffnete zunächst in Paderborn, es folgten weitere Läden in NRW. Zu den Schuhen wollten die Unternehmer auch modischen Taschen und Accessoires anbieten, was aber im mittleren Preissegment nicht machbar zu sein schien. Deshalb entschieden sich die drei, diese Marktlücke selbst zu schließen und kamen auf die Idee eines eigenen Taschen-Labels. Sie brachten Ledertaschen im authentischen Vintage-Look und handwerklichem Charakter unter dem Namen LIEBESKIND auf den Markt. Der Erfolg der aus Vintage-Leder produzierten Taschen ließ nicht lange auf sich warten, der unperfekte Look – emotional inspiriert vom chaotischen Lebensgefühl Berlins – traf bei den Kundinnen ins Schwarze. 

Nach dem Einstieg von S. Oliver-Chef Bernd Freier vor zwei Jahren, nach der kompletten Verlagerung in die Hauptstadt, speziell in den Berliner Osten, zogen sich die Gründer Ende 2014 aus dem operativen Geschäft zurück. Die Firma expandierte ins Ausland, Flagship-Stores entstanden in Frankreich, Österreich, der Schweiz. Weltweit werden in 2015 mehr als zwei Millionen Taschen verkauft werden. "Heute steht vor allen Dingen das Ziel im Vordergrund, die Globalisierung der Marke voranzutreiben", sagte Heidt beim VBKI. Mittlerweile setze das Label mehr als 100 Millionen Euro jährlich um und hat sein Sortiment in Richtung Bekleidung, Brillen und Uhren erweitert.

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