Neue Geschäftsideen aus Berlin

Vier Hauptstadt-Start-ups präsentieren im VBKI ihre Geschäftsmodelle

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Berlin vibriert: Unzählige Start-ups stehen in den Startlöchern und wollen von der Spree aus ihren Siegeszug um die Welt antreten. Das Interesse der Investoren ist geweckt, die entscheidende Frage aber bleibt: Welche Ideen werden sich durchsetzen? Wir stellen vier Start-ups und ihre Gründer vor.

Die Rasur gehört für die meisten Männer zum allmorgendlichen Pflichtprogramm. Um die Prozedur erfolgreich und ohne größere Blessuren zu überstehen, braucht man vor allem eines: eine scharfe Klinge. Das Berliner Start-up „Mornin‘ Glory“ liefert das das Utensil per Abo frei Haus – und zwar etwa um die Hälfte günstiger als der Marktführer. Etwa 11.000 Abo-Kunden hat das Unternehmen um Gründer Nikolaus Stötter bereits gewonnen. Im Durchschnitt 36 Monate lang halten sie dem Klingenlieferanten die Treue. Aber Mornin‘ Glory punktet bei Investoren nicht nur mit Kundenloyalität und Wachstum – auch die Marge kann sich sehen lassen: Sie liegt trotz des vergleichsweise günstigen Verkaufspreises bei 50 Prozent.

Geschäftsmodelle wie dieses sind Musik in den Ohren von Investoren: Der Business Case ist einfach und nachvollziehbar, die Skalierbarkeit hoch. Kein Wunder, dass „Mornin‘ Glory“ die ersten Finanzierungsrunden erfolgreich bestreiten konnte. Einer der Anteilseigner ist der Angel Investor Christophe Maire. Als Leiter des VBKI-Arbeitskreises „Start-up Berlin" führte er gemeinsam mit Udo Schloemer, dem Gründer des Start-up-Campus‘ Factory Berlin und ebenfalls Arbeitskreismitglied, durch den Abend – und stellte neben Mornin‘ Glory drei weitere erfolgsversprechende Berliner Gründungen vor: Vimcar, Roomeon und Versus.

Vimcar macht sich den Umstand zunutze, dass heute jedes Auto mit einem standardisierten Diagnosestecker ausgerüstet ist. Ein selbstentwickelter Datenstick fungiert als Türöffner zu einer wahren Fundgrube an Daten – vom Kilometerstand bis hin zur Fahrgestellnummer. Aber: Was tun mit den Informationen? Der erste Business Case des von Andreas Schneider und Christian Siewek geführten Start-ups ist ein elektronisches Fahrtenbuch. Mithilfe der Daten aus der Pkw-Sensorik und einer App kann ein Vimcar-Kunde sein Fahrverhalten auf den Kilometer genau dokumentieren. Wer beispielsweise einen Firmenwagen auch privat nutzt, kann so Steuern von mehreren tausend Euro im Jahr sparen.

Das Internet-Shopping revolutionieren will dagegen Roomeon.  Insbesondere im boomenden Online-Segment „Wohnen und Einrichten“ will das Start-up von Sebastian Heinzel Spuren hinterlassen. Im Mittelpunkt steht eine hauseigene Software, die Möbel und andere Einrichtungsgegenstände fotorealistisch als 3-D-Modell darstellt. Die Anwendung erlaubt es beispielsweise Online-Händlern, ihren potenziellen Kunden das Wunschmöbelstück in seiner künftigen Umgebung zu zeigen. Das Stichwort lautet „augmented reality“. Geld verdienen die Software-Entwickler vor allem, indem sie Möbelhändlern helfen, ihre Produkte an den Kunden zu bringen und dafür Vermittlungsprovisionen erhalten.

Den vierten im Bunde bildete das Wachstumswunder Versus. Das Berliner Vergleichsportals von Gründer Ramin Far hat es innerhalb kürzester Zeit in 40 Ländern unter die Top 100 der meist gedownloadeten Apps geschafft, pro Tag kommen derzeit rund 1.000 neue registrierte Nutzer hinzu. Die Umsätze im 5-stelligen Bereich verdoppeln sich derzeit von Monat zu Monat, generiert werden sie ähnlich wie bei Roomeon durch Affiliate-Marketing – also Vermittlungsprovisionen.

Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.

Weitere Infos zu den Aktivitäten des VBKI rund um das Thema "Start-up" finden Sie hier.