Der Schlüsselmoment

Wie ein Berliner Start-up eine 4.000 Jahre alte Erfindung abschaffen will

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Mit Gepäck oder Einkaufstüten beladen vor der Haustür stehen und dann den Schlüssel suchen müssen - wer kennt das nicht? "Erstaunlich, dass in unserer technisierten und digitalisierten Welt da noch niemand Abhilfe geschaffen hat." Dr.-Ing Claudia Nagel hatte in einer solchen Situation die zündende Idee für den schlüssellosen Türöffner. Das war 2007. 2011 setzte sie diese Idee schließlich um und gründete gemeinsam mit Dr.-Ing Christian Bogatu das Unternehmen KIWI.KI. Bogatu, Co-Founder und Geschäftsführer Produkt, Vertrieb & Marketing, stellte das Unternehmen im Rahmen des VBKI Unternehmertreffens vor.

"Sicher, intelligent, komfortabel", so wirbt das Start-up für das Produkt, das den Schlüsselbund durch einen Transponder mit RFID-Funktechnologie ersetzt. Und tatsächlich profitieren nicht nur die Bewohner eines Hauses, sondern eine Vielzahl von Nutzern von dieser Technologie: Das Zugangssystem erleichtert zum Beispiel auch Müllabfuhr und Briefträgern im wahrsten Sinne des Wortes die Arbeit - sie macht den riesigen Schlüsselbund, mit dem sich die Dienstleister auf ihren Touren täglich Zugang zu allen Häusern verschaffen müssen, überflüssig. Alle Daten können auf einem einzigen Transponder gespeichert werden. Das spart Gewicht und Zeit. "Der Schlüsselmoment", so nennt Bogatu die Erfahrung, die Haustür einfach mit der Schulter aufdrücken zu können, ohne in den Taschen kramen zu müssen.

Bei Verlust kann der Transponder einfach gesperrt werden. Der nötige und oftmals teure Austausch der Schlösser entfällt. All das wird über eine Smartphone-App programmiert. So kann übrigens die Haustür auch bequem vom Sofa aus geöffnet werden, wenn der Besuch davorsteht. Der Zutritt per Transponder kann zudem auf bestimmte Uhrzeiten beschränkt werden.

"Die Themen Sicherheit und Datenschutz werden bei KIWI.KI großgeschrieben", erklärt der ehemalige Unternehmensberater. Die Software sei so konzipiert, dass eine Speicherung und Überwachung der Transpondernutzung nicht möglich ist. Derzeit arbeitet das Unternehmen an der Ausweitung der Technologie auch für die Wohnungstür - denn für die muss man nach wie vor auf eine 4.000 Jahre alte Erfindung zurückgreifen: Den Metallschlüssel.

Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.
Datum: Mi, 15.04.2015 - 16:51 Uhr