Das Runde im Eckigen

VBKI Unternehmertreffen #STARTUP mit Onefootball-Gründer Lucas von Cranach

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Ein Sieger der gerade angepfiffenen Fußball-Europameisterschaft steht bereits heute fest: Mit 24 Millionen Kunden, 80 Terrabyte Datenumsatz pro Tag und starken Partnern im Rücken ist die Berliner App Onefootball bereits heute in bester Laune. Das war allerdings nicht immer so, berichtet Gründer Lucas von Cranach beim VBKI.

Es muss nicht immer von Vorteil sein, zur Avantgarde zu gehören. Die App von Lucas von Cranach, damals noch unter dem Namen iLiga firmierend, gehörte zu den ersten 1000 Apps im App Store von Apple. Ein Selbstläufer war der Ergebnislieferant  Fußballfans jedoch nicht, zumindest nicht zu Beginn. „Die ersten fünf Jahre nach unserer Gründung 2008 waren mühsam“, erzählte der Gründer des Berliner Start-ups beim VBKI Unternehmertreffen #STARTUP. In den USA habe zwar das Konzept einer Media-Plattform/ Social Network verfangen – aber das Thema Fußball eher Stirnrunzeln hervorgerufen.  In Deutschland sei es umgekehrt gewesen: Fußball gleich Begeisterung, Social Network gelich große Augen. Kurzum: Kapitalgeber waren Mangelware.

Das hat sich inzwischen gründlich geändert: „Zahlen lügen nicht“, sagte von Cranach mit Blick auf die Kundenzahl. Das grüne Symbol der inzwischen in „Onefootball“ umgetauften App prangt heute auf den Smartphone-Displays von rund 24 Millionen Kunden weltweit. „Und während der Europameisterschaft rechnen wir mit weiteren 4 bis 8 Millionen Neukunden.“

Keine Liga, die der Ergebnis- und Nachrichtenlieferant nicht im Blick hätte – rund 80 Terrabyte an Daten werden Tag für Tag verarbeitet. Eine Reichweite, bei der sich Investoren nicht lange bitten lassen. Den Anfang machte der Berliner Kapitalgeber „Earlybird“, weitere Investoren wie Lakestar oder TPG zogen nach. Jüngster Clou: Inzwischen ist auch Adidas Mitglied im Bunde der Onefootball-Finanziers.

Und wie verdient Onefootball Geld? „Ach ja, die Frage nach dem Geschäftsmodell“, seufzt der Gründer. Immer gehe es in Deutschland um das Geschäftsmodell. Das sei in den USA wohltuend anders: „Die Amerikaner haben gelernt, den Kunden erst zu binden und dann zu monetarisieren.“ In dieser Frage fehle in Deutschland noch das Verständnis.

Dennoch gibt es natürlich auch bei Onefootball Bestrebungen, die Reichweite in Umsätze zu verwandeln. Ausschlaggebend bei alle Plänen im Bereich des kontextuellen E-Commerce – das Verhalten des Kunden zu kennen. Denn wer seine Fantreue auch im Netz auslebt, dürfte sich darüber freuen, passgenau das Trikot seines Lieblingsvereins mit 20 Prozent Rabatt angeboten zu bekommen. Und nicht nur das: Auch der Trikotfabrikant – und nicht zuletzt Onefootball – dürften sich die Hände reiben.  

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