Galerie SCHWARZ CONTEMPORARY erhält VBKI-Preis 2019

VBKI und lvbg verleihen zum dritten Mal den mit 10.000 Euro dotierten VBKI-Preis BERLINER GALERIEN

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Foto: Phil Dera

Die Trägerin des mit 10.000 Euro dotierten VBKI-Preises BERLINER GALERIEN 2019 steht fest: In Würdigung des Ausstellungsprojekts „She’s Reading 1“ der Künstlerin Jenna Westra fiel die Wahl der Expertenjury in diesem Jahr auf die Galerie SCHWARZ CONTEMPORARY.

Neben der Preisträgerin aus Berlin-Neukölln wurden bei der feierlichen Preisverleihung am heutigen Freitag im Haus Huth am Potsdamer Platz auch die drei weiteren Finalisten, die Galerien burster aus Charlottenburg, Katharina Maria Raab aus Tiergarten und KWADRAT aus Kreuzberg ausgezeichnet.Ziel des von VBKI und dem Landesverband Berliner Galerien (lvbg) 2017 gegründeten und von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe unterstützten Preises ist es, auf die bedeutende Rolle der Galerien für den Kunststandort Berlin aufmerksam zu machen.
 
 
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des VBKI-Kulturausschusses, Bernd Wieczorek, hielt André Schmitz vor 120 Gästen die Festrede.  Er sagte: „Die geballte kreative Energie der Galerien macht mittlerweile Berlin weit über Deutschlands Grenzen hinaus als Ort der zeitgenössischen Kunst berühmt.“
 
In ihrer anschließenden Laudatio würdigte Jurymitglied Nicola Kuhn, Redakteurin für Bildende Kunst der Berliner Tagesszeitung Der Tagesspiegel, die diesjährige Preisträgerin: „Das Programm von Anne Schwarz umfasst Malerei, Skulptur und nun auch Fotografie. Die von ihr ausgewählten Positionen zeichnen sich durch eine starke Eigenheit aus. Zeitgeistiges, Flüchtiges wird man bei ihr nicht finden. Die Galeristin setzt sich durch intensive Vermittlungsarbeit für ihre Künstler ein – sei es durch sorgfältige, überzeugende Präsentationen in den eigenen Räumen, sei es durch hervorragend gemachte Kataloge oder im Gespräch. Anne Schwarz leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Galerienszene in Berlin, den wir vorbildlich nennen möchten.“
 
Die von der ausgezeichneten Galerie SCHWARZ CONTEMPORARY (gegründet 2011) vertretene Künstlerin Jenna Westra (*1986) zeigt in ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie stets präzise arrangierte und elegant-stilisierte Analogfotografie. Westras Fotografien schwanken zwischen sorgfältiger Konstruktion und Zufall. Sie lädt meist weibliche Modelle ein, in der Kulisse einer Fotografie zu agieren. Jenna Westra verwendet die Kamera, um aufzuzeichnen, was sonst in der Bewegung verloren ginge.

Die Begründer des Preises verstehen ihre Initiative als Förderung des Kunstmarktstandorts Berlin. Bewerben konnten sich Berliner Galerien mit mindestens drei und maximal zehn Jahren Geschäftsbetrieb, die als sogenannte Erstgalerie am Markt aktiv sind und somit die Infrastruktur des Berliner Primärmarktes, das heißt den Handel mit Kunstwerken direkt aus den Ateliers, garantieren.

Der Experten-Jury des VBKI-Preises BERLINER GALERIEN gehörten an: Daniel Marzona, Inhaber Galerie Daniel Marzona, lvbg-Mitglied und VBKI-Preisträger 2018, Andreas Fiedler, Künstlerischer Direktor KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Nicola Kuhn, Redakteurin für Bildende Kunst der Berliner Tageszeitung Der Tagesspiegel, und Claudia Große-Leege, Geschäftsführerin des Verbands Deutscher Unternehmerinnen und Mitglied des VBKI-Kulturausschusses.

Informationen zu den vier Finalisten:

SCHWARZ CONTEMPORARY, Sanderstraße 28, Inhaberin: Anne Schwarz, gegründet 2011,
mit Jenna Westra: She’s Reading 1 //  Anne Schwarz zeigt in der Neukölner Sanderstraße die erste Einzelausstellung der jungen New Yorker Künstlerin Jenna Westra (*1986) in ihrer Galerie. (6.9. bis 12.10.2019)

galerie burster, Kurfürstendamm 2013, Inhaberin: Rita Burster, gegründet 2014
mit On View: Students of UdK: Erfan Aboutalebi, Lena-Elise Aicher, David Amberg, Hannah Sophie Dunkelberg, Witalij Frese, Finja Sander, Felix Schröder, Inia Steinbach, Sandra Vater // Rita Burster stellt in der vierten Auflage von On View in ihrer Charlottenburger Galerie ausgewählte Arbeiten von Studierenden aus der Universität der Künste (UdK) vor. Nachdem sich die Auswahl in den letzten Jahren immer auf einzelne Klassen beschränkte, sind dieses Mal Arbeiten aus sechs Klassen ausgestellt. (6.9. bis 28.9.2019)

KWADRAT, Reichenberger Straße 125, Inhaber: Martin Kwade, mit Tobias Dostal: Tunnelblick // Schon seit 2007 organisiert Martin Kwade unter dem Namen KWADRAT regelmäßig Ausstellungen – damals noch in seiner Privatwohnung. Seit 2013 betreibt er KWADRAT als professionelle Galerie. Mit der Ausstellung von Tobias Dostal (*1982) eröffnet er zur Berlin Art Week seine neuen Galerieräume in einer alten Kreuzberger Hinterhof-Remise. An den Seitenwänden angebrachte, sich verjüngende Regale mit immer kleiner werdenden Gläsern erzeugen den Eindruck eines nicht endenden Tunnels, oder – so der Künstler – eine nicht enden wollende Bar. (14.9. bis 31.10.2019, Eröffnung: 13.09.2019)
 
Katharina Maria Raab, Keithstraße 5, Inhaberin: Katharina Maria Raab, gegründet 2014, mit Fatiha Zemmouri: Paper Borders // Katharina Maria Raab zeigt zur Berlin Art Week die erste Einzelausstellung der marokkanischen Künstlerin Fatiha Zemmouri (*1966) in Europa. Ausgangspunkt für die raumgreifende Installation der Künstlerin ist die „Berliner Konferenz“ im Jahre 1884, auf der die damaligen Kolonialmächte Afrika untereinander aufgeteilt hatten. Hierfür nutzt sie eine Afrikakarte des französischen Kartographen Jean-Baptiste Nolin, auf der die ursprünglichen Grenzen und Königreiche und Volksgruppen eingetragen sind. (6.9. bis 12.10.2019)

Die Finalisten 2019 im Film: