Postleitzahl und Herzinfarkt

Bayer-Vorstand Dieter Weinand spricht über die Zukunft im Arzneimittelbereich

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Beim VBKI Business Breakfast skizziert Bayer-Vorstand Dieter Weinand künftige Herausforderungen im Arzneimittelbereich – und erklärt, was die eigene Postleitzahl mit dem persönlichen Herzinfarktrisiko zu tun hat.

Es dürfte der größte Zukauf der Firmengeschichte werden: Mehr als 60 Milliarden Dollar ist der Bayer AG die Übernahme des US-amerikanischen Saatgut-Giganten Monsanto wert. Die EU-Wettbewerbshüter haben dem Megadeal bereits zugestimmt, die Antwort aus der US-Behörden wird demnächst erwartet. Wenn alles in trockenen Tüchern ist, käme der weltweit größte Hersteller von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln aus Leverkusen – und ein bisschen auch aus Berlin.

Insofern war der Weg zum VBKI für den Wahlberliner Dieter Weinand – einen der Topmanager des Pharmariesen – angenehm kurz. Nach der Begrüßung durch VBKI-Präsident Markus Voigt erläuterte der in den USA sozialisierte Chef der Arzneimittelsparte auf Englisch die aktuellen Herausforderungen im Pharmabereich. Mit einer wachsenden, gesünder und länger lebenden Weltbevölkerung stellten sich neue Anforderungen an die Medizin und an die Hersteller von Arzneimitteln.

Auf der anderen Seite böten sich mit wachsender Kenntnis der menschlichen Genetik, aber auch des digitalen Wandelns, neue Möglichkeiten und Chancen, um Krankheiten effektiver und individueller zu bekämpfen. Um das Potenzial dieser Entwicklungen auszuschöpfen und in medizinische Innovationen zu verwandeln, brauche es aber vor allem: kluge Köpfe.

Die Orientierung an Patenten und Inhouse-Entwicklungen trete in den Hintergrund und werde zunehmend durch Kooperationsmodelle abgelöst, die es ermöglichten, Spitzenwissenschaftler aus aller Welt zusammenzubringen. Ziel: ein Maximum an Innovationsdynamik auszulösen und den medizinischen Fortschritt voranzubringen.

Neben der Gen- und Stammzellentherapie wies des Bayer-Vorstand auf die enormen Chancen hin, die sich aus der Auswertung von großen Datenmengen ergeben könnten. Verbunden mit solchen medizinischen Big-Data-Lösungen sei die Hoffnung, Krankheiten besser vorhersagen – und gegebenenfalls auch vermeiden – zu können. Interessant: Anders als der Laie vermutet stehen dabei weniger Daten wie Alter, Geschlecht oder Gewicht im Fokus. Postleitzahl des Wohnortes hingegen lasse statistisch Aussagen zu – beispielsweise zur Wahrscheinlichkeit, irgendwann Probleme mit dem Herzkreislauf zu bekommen.

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