Neuer Berliner Senat: Wirtschaft ist abwartend bis skeptisch

Umfrage zur Erwartung an die Berliner Landesregierung

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Foto: VBKI

In Kreisen der Berliner Wirtschaft muss sich der neue Berliner Senat Vertrauen erst erarbeiten. Darauf deutet eine Blitzumfrage hin, die der VBKI unter seinen Mitgliedern durchgeführt hat.

Demnach sind mehr als 80 Prozent der Befragten gar nicht (43 Prozent) oder weniger zuversichtlich (37,5), dass die neue Berliner Landeregierung die eigenen Erwartungen erfüllen wird. Im Gegenzug zeigen sich etwas mehr als 18 Prozent zuversichtlich (16,6) oder sogar sehr zuversichtlich (2,1), dass es dem Giffey-Senat gelingen wird, den persönlichen Erwartungen gerecht zu werden.
 
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Steht der neue Senat für einen Aufbruch in der Stadt? In ihren Antworten bestätigen die Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer ihre abwartende Haltung. Zwischen den Extremen 0 (gar nicht) bis 50 (sehr stark) lag der Schnitt bei 27.
 
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Die Frage nach den Topprioritäten auf der Berliner Zukunftsagenda ergab einen klaren Spitzenreiter: Über 50 Prozent der Befragten betrachten die Verwaltungsmodernisierung als besonders dringende Aufgabe. Auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen die Themen Wohnungsneubau, Digitalisierung und Bildung. Etwas im Hintertreffen im Sechsklang der vorgegebenen Antwortoptionen: Klimaneutralität und Mobilitätswende.
 
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Die Befragten hatten auch Gelegenheit, die vorgegebenen Antwortoptionen um individuelle Themen zu ergänzen, die sie in den kommenden 5 Jahren für besonders wichtig halten. Zusammengefasst stehen mit weitem Abstand zwei Wünsche im Vordergrund: Innere Sicherheit ausbauen (26 Nennungen) und Standort stärken (25).
 
VBKI-Geschäftsführerin Claudia Große-Leege: „Die Stimmungsbild zeigt: Der Start des neuen Berliner Senats wird auf Seiten der Berliner Wirtschaft mit einer deutlich wahrnehmbaren Portion Skepsis begleitet. Möglicherweise fließen die Erfahrungen der vergangenen fünf Jahre in die Einschätzung ein, schließlich wird die neue Landesregierung von denselben Parteien getragen wie die vorherige. Klar ist: Vorschlusslorbeeren dürften anders aussehen, der neue Senat muss sich das Vertrauen der Berliner Unternehmerschaft erst erarbeiten. Wir im VBKI bieten den neuen politischen Spitzen unsere Zusammenarbeit an und wollen dazu beitragen, Berlin gemeinsam voranzubringen.“
 
Die Daten beruhen auf einer anonymen Online-Erhebung, die der VBKI vom 22. Dezember 2021 bis 3. Januar 2022 unter seinen Mitgliedern durchgeführt hat. Per Mail wurden ca. 2000 Personen um Teilnahme gebeten, 193 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt.