In gute Hände entlassen

Das Start-up Recare optimiert die Nachsorge von Krankenhauspatienten

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Blutig entlassen wird in Deutschland niemand. Der richtige Zeitpunkt der Entlassung und vor allem die Weiterversorgung ist ein zeitaufwändiges und für Krankenhäuser kostspieliges Verfahren. Genau an diesem Punkt setzt das junge Berliner Start-up Recare an.

Im Februar 2017 von Maximilian Greschke gegründet, bringt es frischen – und digitalen – Wind ins Entlassungsmanagement der Krankenhäusern.Das Geschäftsmodell: Recare erfasst digital die anonymisierten Patientendaten und gleicht diese Daten mit freien Betten in Pflegeeinrichtungen ab. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Vorgehensweisen: Nervigen Telefonanrufe und zeitaufwändigen Faxe oder Briefe, die die Sozialdienste oder manchmal auch die Ärzte tätigen müssten, fallen weg. So kann die zersplitterte Nachversorgung passgenau und schnell auf den Patienten zugeschnitten werden. Der Überleitungsbedarf wird optimiert, sogenannte passive Liegetage werden verkürzt. Für Krankenhäuser  ein Kosten- und Zeitfaktor – deswegen sind sie auch diejenigen, die einen Obolus an Recare entrichten müssen und nicht die Nachversorger.

Das Modell lässt sich bisher gut an – und wächst.18 Krankenhäuser nehmen bereits das Angebot von Recare in Anspruch, auf der anderen Seite stehen 18.000 Pflege- und Rehaeinrichtungen. Täglich kommen 50 neue Nachversorger hinzu.

Mario Czaja, ehemaliger Berliner Gesundheitssenator, betreut das 12 Mitarbeiter starke Start-up, und hat ihm für 2018 eine große Aufgabe gestellt: die stärkere Einbindung der Reha-Einrichtungen. Das Procedere, die Kostenübernahme und die Rechtsstrukturen sind in diesem Bereich komplizierter. Aber wer gegen SAP und Siemens Pitches gewonnen hat, sollte auch diese Hürde meistern, ist sich Mario Czaja sicher.

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