Backsteinbauten – die Hipster unter den Gewerbeimmobilien

Branche diskutiert im VBKI

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Es ist kein Geheimnis: Berlin hat sich in den letzten Jahren zum Magneten entwickelt. Menschen aus aller Welt zieht es in die Hauptstadt. Eine Entwicklung, die auf dem Berliner Gewerbeimmobilien Spuren hinterlässt – oder nicht?

Unter der provokativen Ausgangsfrage „Wohnen hui, Gewerbe pfui?“ diskutierte Branchenvertreter gegenwärtige Lage und Zukunft des Berliner Gewerbeimmobilienmarktes. Carsten Sellschopf, Prokurist und Leiter Niederlassung Berlin der Investa Projektentwicklungs- und Verwaltungs GmbH, zitierte aus einer aktuellen Studie, nach der im Gefolge des Zuzugs nach Berlin bis 2017 allein 47.000 neue Büroarbeitsplätze geschaffen werden müssen.


Bereits heute sei eine extreme Nachfrage nach Gewerbeimmobilien spürbar, vor allem im innerstädtischen Bereich, sagte Panelteilnehmer Oliver Schlink. Der Geschäftsführer Finanzen Gewerbesiedlung-Gesellschaft (Orco-GSG) verwies vor allem auf Lagen in Kreuzberg: „Was bis vor einiger Zeit niemand wollte, erwirtschaftet heute Spitzenrenditen.“ Als „Hipster unter den Gewerbeimmobilien“ bezeichnete Schlink die Backsteinimmobilien aus der Gründerzeit. Randlagen seien hingegen weiterhin günstig und verfügbar. 


Auch die Wista-Management GmbH – Betreiber des Gründer- und Technologiezentrums Adlershof –  generiert neue Nachfrage. Junge Unternehmen, die in Adlershof erste Gehversuche machen, brauchen mit wachsendem Geschäftserfolg eigene Flächen. Laut Geschäftsführer Hardy Rudolf Schmitz nutzen diese Unternehmen unmittelbar nach dem „Auszug“ aus Adlershof Flächen in Größenordnung von 200 bis 500 Quadratmeter. „In Einzelfällen wird sogar gebaut.“ Die Wista GmbH verfügt Hardy Schmitz zufolge über ausreichende Flächenreserven. Derzeit erschließe man die Liegenschaften in Schöneweide. 


Mit wachsender Marktdynamik wecken die Liegenschaften der öffentlichen Hand Begehrlichkeiten. Holger Lippmann, Geschäftsführer Liegenschaftsfonds Berlin und VBKI-Präsidiumsmitglied, dämpfte die Erwartungen: Man verfüge zwar über Flächen, könne diese jedoch nur unter strengen Auflagen vergeben. Üblich seien beispielsweise Arbeitsplatzgarantien.


Auf dem Podium bestand Einigkeit darin, dass der Gewerbeimmobilienmarkt analog zum Wohnungsmarkt an Dynamik und Attraktivität gewonnen habe. Diese Entwicklung werde sich in den kommenden Jahren fortsetzen, eine Marktüberhitzung sei gegenwärtig nicht in Sicht.


Die Bilder des Abends finden Sie hier.