Lufthansa-Chef erklärt neuen Kurs

Carsten Spohr zu Gast bei VBKI und IHK Berlin

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Foto: IHK Berlin

Die ersten Monate als Lufthansa-Chef waren für Carsten Spohr gespickt mit schlechten Nachrichten: 3 Gewinnwarnungen, 10 Pilotenstreiks – und die Konkurrenz vom Golf oder von den Billiglinien ließ sich auch nicht auf ein Nickerchen ein. Beim Business Breakfast von VBKI und IHK erläuterte Carsten Spohr, wie er den Kranich weiter beflügeln will.

Nach der Einführung durch Dr. Sigrid Nikutta, VBKI-Präsidiumsmitglied und BVG-Chefin, kleidete der gelernte Pilot seine ersten Erfahrungen als Vorstandsvorsitzender von Europas größter Fluglinie in folgende Worte: „Ich bin nicht happy über die ersten Monate und die Turbulenzen gewesen, aber wirklich überrascht war ich auch nicht.“

Spagat zwischen Luxus- und Billigangebot

Im Gespräch mit VBKI-Geschäftsführer Udo Marin und IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder erläuterte Spohr anschließend den Kurs, mit dessen Hilfe er die Lufthansa fit für den harten Wettbewerb über den Wolken machen will. Den Kern der Strategie bildet ein Balanceakt zwischen Luxus- und Billigsegment. Die Flieger auf der Kurz- und Mittelstrecke werden künftig ohne den Kranich am Heck auskommen müssen: Spohr will unter der Marke “Eurowings“ insbesondere Personalkosten sparen und so dazu beitragen, dass die Gewinne mit den steigenden Passagierzahlen Schritt halten können. Zukünftig müsse die Lufthansa drei Prozent effizienter sein, um den aktuellen Gewinn zu halten – dabei sei ein jährlicher Preisverfall bei den Ticketpreisen um ein Prozent einkalkuliert, so Spohr.

Wachstumsmarkt Berlin

Berlin ist dem Lufthansa-Chef zufolge ein wichtiger Mosaikstein in der künftigen Ausrichtung des Konzerns. Die Kranich-Linie will mithilfe eines so genannten Innovation Hubs von der geballten kreativen und digitalen Kompetenz in der Hauptstadt profitieren. Auch für das Kerngeschäft spielt Berlin eine wichtige Rolle: Die Touristenzahlen lügen nicht, für die Luftfahrt ist die Stadt ein wichtiger Wachstumsmarkt.

Kritik übte Spohr an der Gebührenpolitik des BER: Es können nicht sein, dass die großen Gesellschaften mehr Geld für Start- und Landerechte zahlen sollten, als die Konkurrenz der Billigflieger.