Ist die Energiewende noch zu retten?

Podiumsdiskussion am 18. März im VBKI

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Droht der Energiewende das Aus? Das war die zentrale Frage der Podiumsdiskussion am 18. März im VBKI. Dass dieser Prozess richtig und wichtig ist – darin waren sich alle Diskutanten einig. Doch die Experten wissen auch, dass es noch viele Schwachstellen gibt, die es zu optimieren gilt.

Fakt ist: Die Kosten steigen rasant. Die Höhe der Preise betreffend steht Deutschland mittlerweile europaweit auf Platz zwei nach Dänemark. „Wie lange sind die Menschen noch bereit, das zu zahlen? Und schwindet mit den steigenden Kosten nicht die Akzeptanz in der Bevölkerung?“, fragte Moderator Friedbert Pflüger.

Akzeptanz in der Bevölkerung stärken

„Die Kosten für die Energiewende sind noch nicht absehbar“, räumte Justus Haucap vom Institut für Wettbewerbsökonomie der Universität Düsseldorf ein und plädierte für mehr Wettbewerb unter den Energieerzeugern. Auch Alexander Jung, Vattenfall Europe, bestätigte: „Die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif.“ Das Vertrauen der Bevölkerung dürfe nicht verspielt werden, man müsse den Menschen vermitteln, dass die Mehrkosten notwendig seien, um langfristig Erfolge zu erzielen.

Energiewende nicht zum Nulltarif

Wolfgang von Geldern vom Wirtschaftsverband Windkraft e.V. hält die Energiewende grundsätzlich für eine gute Sache. „Sie muss und sie wird gelingen“, erklärte der Umweltpolitiker der ersten Stunde. Das EEG sei dabei ein gutes Instrument, das Gesetz müsse nur umgestaltet werden. Als wichtigstes Argument für die Umsetzung der Energiewende nannte von Geldern den verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen. Irgendwann seien die Rohstoffe nicht mehr verfügbar, die Risiken des Fracking seien nicht absehbar und die Atomkraft von der Bevölkerung nicht mehr akzeptiert. Für erneuerbare Energien gebe es daher keine Alternative. Boris Schucht, 50herz Transmission GmbH, sieht ebenfalls keinen Anlass, vom Scheitern der Energiewende zu sprechen. Allerdings sei bei der Umsetzung mehr Effizienz gefragt.

Es diskutierten

  • Prof. Dr. Justus Haucap, Direktor des Instituts für Wettbewerbsökonomie der Universität Düsseldorf (DICE)
  • Alexander Jung, Generalbevollmächtigter Vattenfall Europe AG für das Land Berlin
  • Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung 50hertz Transmission GmbH
  • Dr. Wolfgang von Geldern, Staatssekretär a.D., Vorsitzender des Vorstandes, Wirtschaftsverband Windkraftwerke e. V.
  • Prof. Dr. Friedbert Pflüger, Geschäftsführender Gesellschafter, Pflüger Internationale Beratung GmbH (Moderation)

Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.