„Erst kommen die Clubs, dann die Galerien und dann die Immobilienwirtschaft!“

Podiumsdiskussion in Kooperation mit der Berlin Music Commission

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Foto: Philipp Dera

GEMA, Geräuschpegel und Gewerbesteuer – die Berliner Clubszene hat mit vielen Problemen zu kämpfen. Doch die Branche ist ein Motor für die Stadt.

Nicht nur für den Tourismus Berlins ist die Clubszene ein wichtiger Magnet – die Musikwirtschaft wirkt sich auch positiv aus auf die Entwicklung anderer Branchen, wie z.B. die Modeszene. Darin waren sich alle Podiumsteilnehmer einig.
Tim Renner sieht in dem Beitrag der Kreativszene für die Attraktivität vieler Stadtteile und –viertel ein Vor-Investment, das höher gewertschätzt werden sollte. Er appellierte zudem an die Politik, als Moderator zu agieren und ein visionäres Leitbild zu entwickeln für Berlin. Die Gründung des Musicboards Berlin zur Unterstützung der Popmusikkultur sei ein wichtiger Schritt. „Wir müssen Brücken bauen und dürfen keine neuen Gräben aufreißen“, so Katja Lucker, Musikbeauftragte der Stadt. „Ein Teil der Kreativwirtschaft ist einfach laut. Das muss allen klar sein. Und die Musiker brauchen ihren Raum.“ Jörg Lammersen erklärte, die Immobilienwirtschaft stehe an der Seite der Kreativwirtschaft, um den Standort weiter voranzubringen. Die „Not in my backyard“-Einstellung vieler Anwohner sei allerdings ein Problem. Mieter würden sich oftmals einfach nicht vorher über die Wohnsituation informieren. „Großstadtflughafen, Clubszene und bezahlbare Wohnungen – das wollen alle. Nur eben nicht bei sich vor der Haustür.“

Es diskutierten:

  • Jörg Lammersen, Niederlassungsleiter Nord, TLG Immobilien GmbH
  • Lutz Leichsenring, Pressesprecher und Mitglied im Vorstand der Clubcommission
  • Tim Renner, Moderator, Autor und Musikproduzent
  • Matthias Köhne (SPD), Bezirksbürgermeister Pankow
  • Katja Lucker, Musikbeauftragte des Landes Berlin, Musicboard Berlin

Moderation:
Lars Zimmermann, Sprecher des Vorstands, Stiftung neue Verantwortung e.V.