Raum für Ideen

VBKI goes "Kater Holzig": Zu Besuch beim Holzmarkt-Projekt

Holzmarkt?itok=rPez aPP
Foto: Chantal Russo

Der Berliner Immobilienmarkt boomt, Grundstücke im Innenstadtbereich zeichnen sich zunehmend durch zwei Eigenschaften aus: Sie sind knapp und teuer. Ist Berlin auf dem besten Weg, sein kreatives Potenzial in die Randbezirke zu verdrängen? Erwartet uns im innerstädtischen Bereich eine Monokultur aus Penthouse-Wohnungen und Spitzenbüros?

Geht es nach Mario Husten, ist dieses Szenario kein Naturgesetz. Der Geschäftsführer der „Genossenschaft für urbane Kreativität“ und Betreiber des Clubs „Kater Holzig“ möchte einen Beitrag zum Erhalt von gestalterischen Freiräumen in Berlin leisten – und geht dabei unkonventionelle Wege. Im Mittelpunkt seines Wirkens steht derzeit das Holzmarkt-Projekt. Rund 50 Mitglieder und Freunde des VBKI nutzten am 4. Juli die Gelegenheit, sich die Sache mal aus der Nähe anzusehen.

Mehr als 40.000 Bruttoquadratmeter umfasst das Holzmarkt-Gelände am Spreeufer. Das ehemalige BSR-Gelände ist ein Filetgrundstück, das sich Husten gemeinsam mit einem Investor – der Schweizer Stiftung Abendrot – in einem Bieterverfahren zum Höchstpreis gesichert hat. Die Pläne der Eigentümer orientieren sich nach eigener Aussage nicht an maximalem Profit, sie wollen vielmehr einen Ort schaffen, an dem sich Berlins kreatives Potenzial entfalten kann.

Konkret bedeutet dies: Es sollen neben einem Park vor allem kleinteilige Gewerberäume für Designer, Künstler und andere kreative Menschen entstehen. Ebenfalls vorgesehen sind Flächen für Bäcker, Suppenläden, Cafés. „Wir wollen ein großes Dorf bauen“, fasst Husten die Pläne zusammen. Wohnraum ist allerdings nicht geplant, sieht man einmal von einem Hotel und einem Studentenwohnheim ab. Ein Zaun ist tabu, das Areal soll der Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Auch wird die Bebauung nicht bis ans Spreeufer heranreichen, es bleibt ausreichend Platz für einen Uferweg.

Nur: Stehen diese Visionen auch finanziell auf festem Grund? Husten und sein Investor sind überzeugt, ein nachhaltiges Finanzierungskonzept entwickelt zu haben. Im Mittelpunkt steht ein Genossenschaftsmodell, das den Anteilsnehmer eine vermögensabsichernde Rendite verspricht. Auch wenn noch nicht alle Anteile verkauft sind – Erfolge bei der Verpachtung der Parzellen gibt es schon zu vermelden: Greenpeace wird seine Zelte künftig auf dem Holzmarkt-Gelände aufschlagen.

Der Erlös des VBKI-Besuchs geht an den Mörchenpark e.V., in dem sich engagierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der Holzmarkt-Genossenschaft engagieren und den urbanen Ufergarten planen und anlegen.

Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.

Weitere Informationen über das Holzmarkt-Projekt finden Sie hier.