Politik muss Außenwirtschaft neu denken

Ein Foreign Policy Lunch über die deutschen Interessen gegenüber China, Russland und USA

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Die Weltlage verändert sich und die Welthandelsorganisation bröckelt. Die neue Bundesregierung steht vor einer großen Aufgabe: die Außenwirtschaftspolitik braucht eine neue Strategie.

Welche Prioritäten muss Deutschland setzen? Wie können Leitlinien neu gestaltet werden? Wer übernimmt Verantwortung? Darüber sprachen wir mit Wolfgang Niedermark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Moderiert wurde der Foreign Policy Lunch von Christoph von Marschall, Vorsitzender des VBKI-Ausschusses Internationale Politik und Wirtschaft.
 
Corona hat uns die Globalisierung und komplexen Lieferketten mehr als deutlich vor Augen geführt und den Wunsch nach einem Systemwandel laut werden lassen. Der Fokus rückt immer deutlicher in das Feld der Nachhaltigkeit, soziale und ökologische Gerechtigkeit werden zu Prämissen. Die Außenwirtschaftspolitik sieht sich plötzlich nicht mehr als Einzelakteur, sondern schreibt den Unternehmen mehr Verantwortung zu. Die Verankerung dieser Verantwortung in die Unternehmens-DNA sieht Wolfgang Niedermark zuversichtlich. Die Finanzmärkte, die kritische Öffentlichkeit, der Generationswechsel an der politischen Spitze und neue Lieferkettengesetzte spielen dabei eine übergeordnete Rolle. Doch Deutschland kann den Markt nicht im Alleingang verändern.
 
Laut Niedermark sollte die deutsche Außenpolitik Europa immer mitdenken. Auch die USA sind offen für eine Neugestaltung, in China und Russland ist hingegen kein Wandel in Sicht. Dennoch gibt es positive Zeichen, so wie die angekündigte Klima-Zusammenarbeit zwischen China und den USA. Für Europa besteht die Aufgabe darin das Hauptaugenmerk auf die Reziprozität der einzelnen Märkte und eine gemeinsame europäische Leitlinie zu legen.
 
Impressionen vom Foreign Policy Lunch finden Sie hier »