Auf dem Nullpunkt

Im fünften Hauptstadtkulturgespräch ging es um die Lage der Berliner Galerien

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Die Gesprächsagenda des fünften Hauptstadtkulturgesprächs war geprägt von den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage, die VBKI und der lvbg unter Berliner Galerien durchgeführt hatten.

Die Zahlen zeichnen ein alarmierendes Bild, beispielsweise würden 8 von 10 Galeristen nicht noch einmal den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Für die auf dem Podium im Haus Huth vertretenen Galeristen trifft dies jedoch nicht zu. Sowohl Anne Schwarz, Trägerin des VBKI-Preis BERLINER GALERIEN als auch Thomas Schulte würden sich auch unter heutigen Umständen für den Beruf entscheiden – trotz aller Schwierigkeiten. Frau Schwarz verwies vor allem auf den wachsenden, für viele existenzbedrohenden Kostendruck. Die so wichtigen wie kostenträchtigen Messeteilnahmen seien kaum zu stemmen, auch die steigenden Mieten wüchsen sich zum massiven Problem aus.
 
 
Thomas Schulte forderte von der Stadt ein Bekenntnis zum Kunstmarktstandort Berlin: „In den letzten 30 Jahren haben die Galerien wirklich viel für Berlin geleistet, nun ist es für die Stadt an der Zeit, etwas zurückzugeben.“ Beispielsweise in Form von öffentlicher Förderung, denn „die Luft wird dünn“.
 
Weiteres Problem – die fehlenden Ankaufetats der hiesigen Museen. Ein Unding, meinte der Moderator des Abends, André Schmitz, an dem er sich schon in seiner Zeit als Kulturstaatssekretär die Zähne ausgebissen habe. VdU-Geschäftsführerin Claudia Große-Leege betonte einerseits das unternehmerische Risiko, das auch Galeristen zu tragen hätten, forderte jedoch andererseits „Luft zum Atmen“ für die Branche. Andreas Herrmann, Vorstand im lvbg, rief die Ressorts Kultur und Wirtschaft im Senat dazu auf, sich an einen Tisch zu setzen und gemeinsam nach Lösungen für den Kunstmarkt der Hauptstadt zu fahnden.