Anatomie der Macht

Über Machtphänome, Spielregeln und Möglichkeiten

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Der Ausschuss Frauen in der Wirtschaft startete mit der Auftaktveranstaltung der neuen Veranstaltungsreihe zum Thema Frauen und Macht in einem historischen Berliner Hörsaal der TU Berlin.

Warum greifen Frauen seltener zu Macht als Männer? Können Frauen Macht ausüben? Diese Fragen stellte Frau Dr. Judith Mangelsdorf, Institutsleitern, Deutsche Gesellschaft für Positive Psychologie in ihrer einleitenden Keynote. Sie legt unter anderem dar, dass die Möglichkeiten für Frauen Macht auszuüben zunehmen. „Macht ist das Produkt aus Fähigkeit, Möglichkeit und Motivation.“ Eine der größten Hindernisse stellen aber noch immer die Weitergabe von geschlechterstereotypen dar, durch die sich Frauen selbst im Weg stehen. Dabei belegt eine Studie, dass der Wechsel zu weiblichen Führungskräften die Umsätze sogar steigern kann.
 
Über das Verständnis und Verhältnis von Macht diskutierten im Anschluss Bilkay Kadem, Geschäftsleiterin LfG - Landesbetrieb für Gebäudebewirtschaftung, Prof. Manuela Rousseau, Mitglied des Aufsichtsrats der Beiersdorf AG, Prof. Dr. Martina Schraudner, Vorstandsmitglied acatech und Dr. Tanja Wielgoß, Vorstandsvositzende Vattenfall Wärme Berlin AG am vergangenen Mittwoch. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Regina Ruppert, Geschäftsführerin Selaestus GmbH und VBKI-Mitglied.
 
Macht hat viele Ausprägungsformen. So gibt es in den Bereichen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft große Unterschiede der Machtausübung. Dabei beschränkt sich diese nicht nur auf die Führungsebene. Es ist auch die Sekretärin, die einzig und allein auf die besten Konferenzräume zugreifen kann. Keine Buchung ohne ihre Zustimmung. Am Kabinettstisch hingegen lässt man sich einfach ein wenig Zeit mit der Freigabe von Gesetzen und demonstriert so seine Macht.
 
Prof. Rousseau plädiert dafür, dass Frauen einander mehr unterstützen sollten. „Madeleine Albright, ehemalige US-Außenministerin sagte schon: In der Hölle gibt es einen besonderen Platz für Frauen, die anderen Frauen nicht helfen.“
 
In der abschließenden Diskussion mit den Teilnehmern wurde deutlich, wie aktuell und breit aufgestellt das Thema ist. Es geht auch um neue Arbeits(zeit)modelle, die es Frauen wie Männern ermöglichen könnte, beides zu vereinen: Familie und Karriere.
 
In einem waren sich am Ende alle einig: Gestaltungswille ist Macht. Und so blieb Dr. Regina Ruppert nur, allen Frauen zu wünschen: Möge die Macht mit Euch sein!