Die Geschichte

 Der VBKI ist ein Kind der ersten Berliner Gründerzeit; die Hauptstadt des soeben gegründeten deutschen Reichs boomte, Unternehmen schossen wie Pilze aus dem Boden, Handel, Gewerbe, die Baubranche erlebten einen gewaltigen Aufschwung. Es war die Zeit der Rathenaus, der Siemens, der Borsigs und der Scherings, die mit ihrem unternehmerischen Elan ein brandenburgisches Städtchen in eine Weltmetropole verwandelten.

Am 6. Oktober 1879 riefen 329 Berliner Unternehmen den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller zur Wahrung ihrer Interessen ins Leben. Engstirniger Lobbyismus und reines Repräsentationsbedürfnis waren nie Sache des VBKI. Er stand für sozial und gesellschaftlich verantwortetes Unternehmertum, für den Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, für Marktwirtschaft, Wettbewerb, Weltoffenheit und Pluralismus bevor das 20. Jahrhundert überhaupt eine Sprache für diese Botschaften fand. Das 20. Jahrhundert hielt dann für die Stadt und den Verein viele Prüfungen bereit.

Der erste Weltkrieg warf die Berliner Wirtschaft und mit ihr den Verein weit zurück. Auf Revolution, Reparationen und Inflation folgte eine kurze Scheinblüte, die von der Weltwirtschaftskrise brutal beendet wurde. 1933 begann das dunkelste Kapitel der deutschen und der Vereinsgeschichte. Im Gefolge der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der Verein gleichgeschaltet und zwangsarisiert. Die vielen erfolgreichen jüdischen Unternehmer wurden aus ihrem Verein und der Stadt getrieben. In kurzer Zeit verlor der Verein zwei Drittel seiner Mitglieder. Mit ihm verstummte eine der letzten Stimmen, die für Freiheit und Menschenwürde stritten. Dem Verbrechen folgte die Niederlage. Am Ende des Krieges war Berlin zerstört, das ganze Land materiell und moralisch vollständig ruiniert. Und doch keimte noch in der schwärzesten Stunde Hoffnung und neuer Elan.

1948 trat der VBKI wieder an. Mutige Unternehmer um Jakob Dichter erwirkten die Wiederzulassung des Vereins bei den Alliierten Behörden und begannen für den unternehmerischen Wiederaufbau ihrer Heimatstadt zu arbeiten. Dieses war durch Mauer und Teilung im wesentlichen auf den Westteil der Stadt begrenzt. Der VBKI wurde zum Bannerträger der Marktwirtschaft in einer belagerten Teilstadt, er symbolisierte den Durchhaltewillen der Unternehmen, die diese Stadt und in dieser Stadt nicht aufgeben wollten. Die Wende von 1989/90 erlebte der Verein als Befreiung und neue Chance. Nun endlich konnte er seinen Wirkungskreis auf ganz Berlin und das umliegende Brandenburg ausdehnen und seinen Beitrag zum Wiederaufstieg Berlins zur großen Wirtschaftsmetropole leisten.

VBKI Ehrenpräsidenten

Dr. Ing. E.h. Jakob Dichter
Präsident von 1950 bis 1966
Ernennung: 5. Juli 1966

Heinz Mohr
Präsident von 1966 bis 1984
Ernennung: 14. Mai 1984

Dr. Hans Strathus
Präsident von 1984 bis 1999
Ernennung: 1. März 1999

Klaus von der Heyde
Präsident von 1999 bis 2011
Ernennung: 20. Sept. 2011

  

 

VBKI Ehrenmitglieder

  • Dr. Heinrich Vockel
  • Prof. Dr.h.c. Ernst Reuter
  • Dr.-Ing. E.h. Friedrich Spennrath
  • Prof. Dr.-Ing. E.h. Ludwig Erhard
  • Fritz Berg
  • Willy Brandt
  • Franz Amrehn
  • Dr. Wilhelm Borner
  • Fritz M. Tübke
  • Hans Sixtus
  • Max Pannenberg
  • Joh. F. Gerasch
  • Dr. Richard Freiherr von Weizsäcker
  • Ernst-August Pistor
  • Werner Sokolowski
  • Prof. Dr. Roman Herzog
  • Dietmar Schiele
  • Dr. Wolf Wegener
  • Heinz von Tengg-Kobligk