Titel, Tore und Tantiemen

DFL-Chef Christian Seifert zu Gast beim VBKI

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Nach dem zerstörten Sommermärchen und Football Leaks: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert spricht beim VBKI über die Deutsche Fußball Liga GmbH und das Geschäft mit dem Sport

Die Berliner Morgenpost berichtete nach dem Besuch von Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußballliga (DFL) von einer Fernbedienung. Es handelte sich um Seiferts Fernbedienung, die durchs Seifertsche Wohnzimmer flog, nachdem Hertha BSC "an einem Großverein wie Bröndby IF" gescheitert war.

Christian Seifert sprach mit VBKI-Geschäftsführer Udo Marin, Kaweh Niroomand, VBKI-Präsidiumsmitglied und BR Volley-Manager, und knapp 100 Mitgliedern und Gästen des VBKI über ein deutsches Lieblingsthema: Fußball. DFL-Chef verantwortet Seifert seit zwölf Jahren das Produkt Fußball-Bundesliga. Und wird in dieser Woche einmal mehr Rekordzahlen präsentieren. So hängen mit dem Profifußball in Deutschland direkt 19.000 und indirekt 53.000 Arbeitsplätze zusammen. Die Rechte an der Bundesliga gehören zu den zehn werthaltigsten Medien-Rechten der Welt. Die DFL schloss gerade einen Vertrag bis 2021 über 4,64 Milliarden Euro ab.

Die Bundesliga, 1963 gegründet, begleite eben viele Menschen durchs Leben. "Fußball schafft, was Kirchen und Partien schon lange nicht mehr schaffen", sagt Seifert. "Sie verbindet Leute über Altersgrenzen, Einkommensunterschiede und soziale Schichten hinweg." Das kann zum Problem werden. "Viele wollen, dass die Bundesliga bleibt wie sie ist. Das macht es manchmal schwer, etwas zu ändern." Noch deutlicher: "Manchmal ist die Tradition der 18. Gegner."

Den Berliner rät er allerdings (vorsichtig) zur Erneuerung: Indirekt legte der DFL-Chef den Hertha-Verantwortlichen nahe, sich weiter um eine neue Arena zu bemühen. "Die Popularität der Bundesliga hat mit dem Stadionkomfort zu tun." Dass es in der Bundesliga 17 reine Fußballstadien gibt, "ist ein Fakt" – nur in Berlin hält eine Laufbahn die Fans auf Distanz. Umfragen ergeben, dass rund 90 Prozent der ­Stadionbesucher sagen, dass sie zum nächsten Spiel wiederkommen. Dass sie das Erlebnis Freunden und Bekannten empfehlen werden. "Das sind Zustimmungswerte, wie sie sonst nur Sekten haben", staunt selbst Seifert.

Bilder von dem Gespräch mit DFL-Chef Seifert finden Sie hier...