Schinkel Reverenz erweisen – aber wie?

Zweites Hauptstadtkulturgespräch steht im Zeichen der Bauakademie

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Foto: Stiftung Brandenburger Tor

Das „Ob“ ist entschieden, jetzt geht es um das „Wie“: Über die Pläne zu einem Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie diskutierte ein hochrangig besetztes Podium beim zweiten Hauptstadtkulturgespräch.

Sie zählt zu den wegweisenden Werken modernen Bauens: Die in den 1830er Jahren errichtete, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte und in den 1960er Jahren abgerissene Bauakademie Karl Friedrich Schinkels. Ende vergangenen Jahres bewilligte der Bundestag eine Summe von 62 Millionen Euro für den Wiederaufbau. Nachdem das „Ob“ entschieden ist, geht es jetzt um das „Wie“ – so auch beim zweiten Hauptstadtkulturgespräch, zu dem der VBKI gemeinsam mit der Stiftung Brandenburger Tor, der Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste und Mercedes Benz Berlin diesmal ins Max Liebermann Haus geladen hatte.

Historische Rekonstruktion oder architektonischer Neubeginn? Nach der Begrüßung durch Dr. Pascal Decker, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Brandenburger Tor, entwickelte sich vor dem Hintergrund dieser Frage eine spannende Diskussion auf dem Podium. Architekt Prof. Paul Kahlfeld plädierte im Geist Schinkels für eine „Architektur aus der Konstruktion“ heraus, auch Matthias Sauerbruch von Sauerbruch Hutton Architekturbüro machte sich für einen zeitgenössischen Wiederaufbau stark.

Allerdings waren sich die Architekten mit dem Moderator des Abends, dem Städtebau-Historiker Prof. Vittorio Lampugnani, einig, dass vor der Form in der Regel die Funktion kommt. „Architekten brauchen Programm und Inhalte, um die Form geben zu können“, sagte Lampugnani. Zwar haben Institutionen wie das Goethe-Institut, das Auswärtige Amt und die Technische Universität Berlin bereits Interesse an einer Nutzung angemeldet, ein detailliertes Konzept liegt aber nicht vor.

Dieses Konzept soll nun in einem gerade vom Bundesbauministerium lancierten europaweiten Ideenwettbewerb konkretere Formen annehmen. Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium und zuständig für den Wettbewerb, sprach von einem Ort der „interdisziplinären Lehre“. Die Bauakademie solle zwischen Stadtentwicklung und Baugeschichte vermitteln und ein breite Öffentlichkeit ansprechen.

Einige Bilder der Veranstaltung finden Sie hier >>

Einen Rückblick und eine Bildergalerie zum ersten Hauptstadtkulturgespräch (Juni 2017) finden Sie hier >>