Wie digital kann Stahl sein?

Klöckner-Chef Gisbert Rühl zu Gast im VBKI

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

Das Silicon Valley dürfte inzwischen zu den beliebtesten Destinationen der Welt gehören – zumindest für die CEOs unter den Weltenbummlern. Nicht nur der Chefredakteur der Zeitung mit den großen Buchstaben, auch der Chef einer der größten Stahlhändler der Welt war da – die Rede ist von Gisbert Rühl.

Im Gespräch mit VBKI-Präsidiumsmitglied Lars Zimmermann erläuterte der Vorstandschef von Klöckner & Co, wie er sein klassisches Industrieunternehmen in eine digitale Zukunft transformieren will. Zwar habe der Besuch im Valley jede Menge Inspiration und Motivation gebracht, zurück in der Heimat musste der erste Transformierungsversuch jedoch nach drei Monaten abgebrochen werden – „wir waren noch nicht in der Lage, radikal über unser Geschäftsmodell nachzudenken“.

Der zweite Versuch brachte mehr Erfolg, wohl auch, weil das Experimentierfeld vom Stammsitz Duisburg diesmal nach Berlin verlegt wurde, genauer, ins Kreuzberger Betahaus. Im Coworking Space mietete Rühl einen Tisch an und schickte zwei jüngere Mitarbeiter mit zwei Aufgaben in die Hauptstadt. Zum einen sollten sie die Frage beantworten, warum Start-ups so viel schneller agieren können. Und zum zweiten sollten Sie Klöckner & Co so stark wie möglich in der Digitalszene Berlins vernetzen. „Warum nicht Berliner Stärken und die Stärken des Ruhrgebiets miteinander verbinden?“

Heute gilt Klöckner & Co als einer der wichtigsten Treiber der Digitalisierung in einer traditionell „analogen“ Branche, Gisbert Rühl verbringt 40 bis 50 Prozent seiner Zeit mit dem digitalen Wandel in seinem Konzern. Der Stahl selber lässt sich zwar nicht in Einsen und Nullen pressen, die Liefer- und Leistungsketten aber sehr wohl. Konkret hat das S-Dax-Unternehmen eine Plattform geschaffen, die Lieferanten und Kunden zusammenbringt – und im Übrigen auch Wettbewerber einbindet. So eine Art iTunes für die Stahlbranche. Kein Wunder, dass die Berliner Digitaldependance von Klöckner & Co sich inzwischen auch mit dem kleinen i schmückt: Sämtliche Digitalisierungsprojekte werden inzwischen über die Tochter kloeckner.i aus dem Herzen der Berliner Start-up-Szene vorangetrieben.

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