Die Geschichte des VBKI

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Foto: VBKI

Tradition und Erfahrung bilden ein starkes Fundament, um darauf die Zukunft zu gestalten: Seit 1879 begleitet der VBKI die wechselvolle Geschichte Berlins.

Als wichtiges Forum der Berliner Wirtschaft wirkt der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) heute weit über die Grenzen der Hauptstadt hinaus. Seine Stimme hat Gewicht. Seit seiner Gründung im Jahre 1879 engagiert sich unser Verein für die Gesellschaft, in der wir leben und arbeiten. Wir planen für die Zukunft – und können dabei auf eine über 130-jährige Tradition zurückblicken.

Dialog als Botschaft

Entstanden ist der VBKI in der ersten Berliner Gründerzeit. Handel, Gewerbe und Baubranche erlebten damals einen enormen Aufschwung. Es ist die Zeit großer Impulsgeber: der Rathenaus, der Siemens, der Borsigs und der Scherings, die mit ihrem unternehmerischen Elan ein brandenburgisches Städtchen in eine Weltmetropole verwandelten. Am 6. Oktober 1879 rufen 329 Berliner Kaufleute den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller ins Leben. Von Beginn an stand der Verein für verantwortungsvolles Unternehmertum: Seine Mitglieder treten ein für den Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, für Marktwirtschaft und Pluralismus.

Der erste Weltkrieg wirft die Berliner Wirtschaft weit zurück. Auf Revolution, Reparationen und Inflation folgt eine kurze Scheinblüte, der die Weltwirtschaftskrise brutal ein Ende setzt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten beginnt 1933 das dunkelste Kapitel der deutschen und der Vereinsgeschichte: Der VBKI wird gleichgeschaltet und zwangsarisiert. Viele erfolgreiche jüdische Unternehmer werden aus der Stadt vertrieben, in kurzer Zeit verliert der VBKI zwei Drittel seiner Mitglieder. So verstummt eine der letzten Stimmen, die für Freiheit und Menschenwürde streiten. Am Ende des Krieges ist Berlin zerstört, das ganze Land vollständig ruiniert. Und doch keimt noch in dieser schwärzesten Stunde Hoffnung auf einen Neubeginn.

Wiederaufbau und Wiedervereinigung

1948 tritt der VBKI wieder an: Mutige Unternehmer um Jakob Dichter erwirken die Wiederzulassung des Vereins bei den Alliierten Behörden. Sie beginnen, für den unternehmerischen Wiederaufbau ihrer Heimatstadt zu arbeiten – teilungsbedingt vornehmlich im Westen Berlins. Der Verein entwickelt sich zum Bannerträger der freien Marktwirtschaft in einer belagerten Teilstadt, er symbolisiert den Durchhaltewillen der Unternehmer, die diese Stadt und in dieser Stadt nicht aufgeben wollten. Die Wende von 1989/90 erlebten viele als Befreiung und neue Chance. Endlich kann der Verein seinen Wirkungskreis auf ganz Berlin und Brandenburg ausdehnen und seinen Beitrag zum Wiederaufstieg Berlins zur Wirtschaftsmetropole leisten.