Das älteste Selfie

VBKI unterwegs zur IMAGO Camera

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Foto: Anna Katharina Zeitler

In einem lebensgroßen Fotoautomaten, der Imago Camera, können ganz persönliche und intime lebensgroße Porträtaufnahmen gemacht werden.

Die Geschichte von Imago ist eine Lebensgeschichte von Susanna Kraus. Sie ist nicht nur die Tochter des Erfinders, sondern nun die Inhaberin dieser künstlerischen/wissenschaftlichen genialen Idee und des daraus entwickelten Geschäftsmodells.

Es ist eine besondere Kunstform der Fotografie. Die Kamera selbst, das Objektiv, das Licht und das Papier machen es zu dieser Kunstform, die es so nur einmal, und zwar in Berlin gibt. Die Kamera ist ein geschlossener Raum – dies bewirkt eine Intimität der Fotografierten, das Objektiv ist eigens für die lebensgroße Abbildung konzipiert und konstruiert- mit einer extrem hohen Brennweite, um den Maßstab 1:1 umsetzen zu können. Auch für die notwendige, extrem hohe Lichtintensität, die Direktbelichtung hat der Erfinder Werner Kraus ein spezielles Licht-System entwickelt. Nicht zuletzt das Papier, das speziell mit ILFORD entwickelt wurde – ein Silber-Gelatine-Positiv-Papier, das für die Direktbelichtung bestimmt und reagiert, sobald ein Bild darauf projiziert wird.

35 Jahre lang war die Kamera in München in einem Lager verschüttet, wurde von Susanna Kraus wiederbelebt und hat viele künstlerische Stationen, auf der Photokina, im ZKM in Karlsruhe erlebt bevor sie 2011 ihre jetzige Heimat im Aufbau Haus am Moritzplatz gefunden hat.

Das Spannungsfeld von Kunst und Wirtschaft ist in Berlin besonders deutlich. Die Kaufkraft fehlt ein bisschen – so ein Ganzkörper -1:1 Porträt kostet eben 370 Euro. Die meisten Imago-Camera- Kunden sind Touristen. So wurde das Geschäftsmodell von den Privatporträtfotografien auf Corporate Events und auf den Verkauf von mobilen Nachbildungen des Originals erweitert. Gerade erst wurde eine sogenannte Imago Photour  nach China verkauft.

Susanna Kraus und ihr Team leben für dieses Projekt, das konnte man an unserem VBKI Abend spüren. Eine professionelle, engagierte und ehrliche Atmosphäre herrschte – und während die Gewinnerin des Selbstporträts, Janin Kuß, das Selbstportät ausprobierte, diskutierten die mehr als 30 VBKI Mitglieder mit dem Team im benachbarten Parker Bowles noch bis in den späten Abend über den Fluch und Segen des Standortes Berlin für eine solch künstlerisch anspruchsvolle Geschäftsidee.

Mehr Bilder von der Kamera und dem Abend finden Sie hier...