Lesepate – was passiert da eigentlich?

Lesepaten sind ehrenamtliche Helfer, die in die Schulen kommen, um die Kinder beim Lesenlernen zu unterstützen. Das Wichtigste dabei ist: die Lesepaten schenken den Kindern ihre ungeteilte, liebevolle Aufmerksamkeit.
Lesepaten können sich dabei ganz auf die individuelle Lesefähigkeit des Kindes einstellen, sie werden zu persönlichen Helfern beim Lesenlernen. Jede Schwierigkeit kann - jeweils auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes abgestimmt - in Ruhe geübt werden. Wenn Buchstaben vertauscht werden, wenn es mit langen Wörtern Probleme gibt, wenn der Wortsinn unklar ist, wenn Endungen nicht mitgelesen werden, wenn Punkte und Kommata nicht beachtet werden…dann werden die Lesepaten nie sagen: „ Was? Du bist schon in der 3. Klasse und kannst immer noch nicht richtig lesen? “, oder: „Du liest ja immer noch wie ein Baby!“, oder: „Was bringen die Lehrer euch eigentlich heute bei? Lesen jedenfalls nicht!“ Lesepaten können da gezielt helfend eingreifen, wo es als notwendig erscheint. Das kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen. Lesepaten kommen während der regulären Unterrichtszeit, setzen sich mit einzelnen Kindern oder mit kleinen Kindergruppen zusammen, lassen sich von den Kindern Texte vorlesen oder lesen selber vor. Das alles geschieht in Absprache mit den Klassenlehrerinnen. Die Klassenlehrerinnen entscheiden über Inhalt, Art und Weise und Umfang der Lesehilfen. In der Praxis könnte der Einsatz der Lesepaten so aussehen: Lesepatin Frau Müller kommt montags in der 3. und 4. Schulstunde in die Schule. Sie hat ein Namensverzeichnis der Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b. Frau Müller hat 2 Stühle vor die Klasse gestellt und bittet den ersten Schüler zu sich. Sie wird sich eine kurze Geschichte vorlesen lassen. Sie begrüßt das Kind, lässt sich den Text vorlesen, bedankt sich und verabschiedet den Schüler.
Der geht in die Klasse zurück, tippt dem nächsten Mitschüler auf die Schulter zum Zeichen, dass dieser jetzt zum Lesen aus der Klasse gehen soll.
Natürlich werden die Kinder fragen: „Wie war ich?“ Vielleicht notiert Frau Müller ein Sternchen oder ein lachendes Gesicht in ihrer Namensliste. Vielleicht notiert sie auch ein E, wenn das Kind häufig die Endungen der Wörter verschluckt oder ein P, wenn das Kind an den Satzenden keine Pausen macht. Dann kann sie dem Kind beim nächsten Mal einen gezielten Verbesserungshinweis geben. Vor allem aber wird sie das Kind für seine Bemühungen loben.
Fazit: Lesehelfer können sich genau auf die Ebene des Kindes begeben und jedes Kind individuell da fördern, wo das Kind gerade steht. Aus der Rolle des Überprüfers, die der Lehrer häufig zwangsläufig vor der Klasse einnehmen muss, befindet sich der Lesepate in der Rolle eines Unterstützers individueller Lernprozesse. Das ist für alle Beteiligten – Lehrer/innen, Lesepaten /innen und Schüler/innen eine schöne, hilf- und lehrreiche Erfahrung.
Es macht allen Spaß und steigert die Motivation, lesen lernen zu wollen.
Angelika Kupfer
Koordinatorin für Lesepaten
Rudolph-Hildebrand-Grundschule
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Service für Lesepaten
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Weitere gute Tipps finden Sie auch beim
Lisum Berlin-Brandenburg
