Aufbruch in Afrika

Namibia: Wirtschaftliches Drehkreuz

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

40 Mal weniger Menschen als in Deutschland – dafür ist das Land zweieinhalb Mal so groß: Namibia hat Raum im Überfluss. Und es gibt weitere Gründe, die das Land attraktiv machen – etwa für Investoren aus Deutschland.

Sicherlich zu Recht stolz ist das Land auf seine politische und wirtschaftliche Stabilität, die es seit der Unabhängigkeit vom großen Nachbarn Südafrika im Jahr 1990 genießt. Namibia punktet mit Rechtssicherheit und einem funktionierenden öffentlichen Dienst – keine Selbstverständlichkeit im afrikanischen Kontext. Darüber hinaus ist es durch seine geografische Lage begünstigt, bietet eine gute Infrastruktur inklusive dem großen Hafen in Walvis Bay, verfügt über natürliche Ressourcen und über eine traditionell enge Verbindung nach Deutschland – auch wenn das historische Verhältnis von Belastungen nicht frei ist. Insgesamt kann das Land, wie Frau Dr. Mekondjo Kaapanda-Girnus von der namibischen Botschaft bei einer Gemeinschaftsveranstaltung von VBKI und dem Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft ausführte, seit der Unabhängigkeit auf eine erfolgreiche Entwicklung mit durchschnittlich 5 Prozent Wirtschaftswachstum zurückblicken. „Wir sind in der Lage, Qualität für den Weltmarkt zu produzieren“, sagte die Botschaftsrätin. Und die Wege zu interessanten Märkten sind kurz: Mit den Ländern des südlichen Afrika ist Namibia durch eine Zollunion verbunden, Handelsabkommen mit weiteren großen Wirtschaftsregionen ermöglichen zoll- und quotenfreien Export.
 
All dies macht Namibia auch für die deutsche Wirtschaft und damit für die Bundesregierung zu eine, wichtigen Partner im südlichen Afrika. Brigitte Zypries, Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, legte dar, wie staatlicherseits der bilaterale Handel gefördert wird: Grundlage der Handelsbeziehungen bildet die Wirtschaftspartnerschaft zwischen der Europäischen Union und den Ländern des südlichen Afrikas, das beispielsweise namibischen Waren ungehinderten Zugang zum europäischen Binnenmarkt ermöglicht, umgekehrt den namibischen Markt aber nur schrittweise für europäische Waren öffnet, um die lokale Produktion zu schützen. Regelmäßige Delegationsreisen, Investitions- und Ausfuhrgarantien (Hermesbürgschaften) sowie Kooperationen im Ausbildungsbereich runden das Programm ab.
   
Bereits heute sind zahlreiche deutsche Unternehmen in Namibia vertreten. Zu den Erfolgsstorys zählte Botschaftsrätin Dr. Kaapanda-Girnus beispielsweise das Werk von Schenk Zement in Ohrongo, eine 250 Millionen Euro Investition. Ebenfalls stark präsent sind der Rheinland Air Service mit Hauptsitz am Niederrhein, die DHYBRID Power Systems aus Bayern oder Namibia Press & Tools, eine Tochter der Weser-Metall-Uniformtechnik.

Bilder von der Veranstaltung finden Sie hier...